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Ein Engel blickt auf Tim

Die Schienen einer kleinen Eisenbahn winden sich aus dem Kinderzimmer bis in den Flur. „Tuut!“ Der vierjährige Marc spielt Lokführer. Ein bisschen ähnelt Marc seinem Bruder, dessen Fotos überall in der Wohnung von Cornelia Uffmann hängen. Sie zeigen einen hübschen Jungen mit verschmitztem Lächeln. Tim war sein Name. Im Regal blickt ein Engel auf sein Foto. Engel, die wohnen auf den Wolken im Himmel. „Irgendwann bin ich selbst auf einer Wolke“, hat Tim gesagt, als er ahnte, dass er sterben muss. Da war er fünf.

Umarmen bis zuletzt

Bilder von Tim begleiten Cornelia Uffmann überall.
Bilder von Tim begleiten Cornelia Uffmann überall.

„Ein Kind fühlt genau, was passiert“, weiß Tims Mutter heute. Lange lebte sie zwischen Bangen und Hoffen, nachdem die Ärzte herausgefunden hatten, dass ihr Sohn an Leukämie leidet.

„Viele unserer Freunde und Bekannten haben sich schweigend zurückgezogen. Sie konnten es nicht ertragen“, erzählt sie. Da waren die Aufenthalte im Krankenhaus und die Chemotherapien. Der Moment, in dem klar wurde, dass kein Medikament ihren Jungen mehr retten könne. Ein Palliativteam aus Bethel hat Tim und seine Eltern zu Hause begleitet, um seine Schmerzen zu lindern. Das gab Cornelia Uffmann die Kraft, ihren Sohn bis zuletzt im Arm zu halten.

Zwei Jahre sind vergangen. Nach und nach holt Cornelia Uffmann Tims Spielzeug aus dem Keller. „Es ist ein gutes Gefühl, dass jetzt Marc damit spielen kann“, sagt sie. „In Gedanken ist Tim immer bei uns.“ Bis heute hält sie Kontakt zu Eltern, die sie in Bethel kennen gelernt hat. „Es tut gut mit ihnen zu reden.“ Deswegen sei ein Kinderhospiz so wichtig: „Dort trifft man Menschen, die einen verstehen. Das hilft auf dem Weg, den man gehen muss.

 

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