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Epilepsie im Alltag

Was soll ich tun, wenn jemand in meiner Nähe einen epileptischen Anfall erleidet?

Als erstes sollte sichergestellt werden, dass sich der Patient nicht verletzt, wenn er während des Anfalls verkrampft. Das bedeutet: gefährliche Gegenstände aus dem Umfeld entfernen, Kanten oder Treppen absichern und ein Kissen oder eine Jacke unter den Kopf legen. Im Anschluss sollte der Patient in die stabile Seitenlage gebracht werden, damit Speichel oder Erbrochenes nicht in die Luftröhre gelangen.

Sind Discobeleuchtung, Videospiele und Kino gefährlich für Menschen mit Epilepsie?

Zehn bis fünfzehn Prozent der Menschen mit Epilepsie sind empfindlich für flackerndes Licht. Betroffen sind vor allem diejenigen, bei denen die Anfallsaktivität nicht auf einen bestimmten Bereich im Gehirn begrenzt ist. Die schnelle Abfolge von Hell und Dunkel kann zu einer besonderen Reizung führen. Das gesunde Gehirn kann Flackerlicht ausgleichen, doch dieser Schutzmechanismus fehlt Menschen, die fotosensibel sind.

Gibt es neben diesen künstlichen Lichtquellen auch Situationen in der Natur, die gefährlich sein können?

Auch das Lichtflackern, wenn man eine Allee entlangfährt und die Sonne sehr tief steht, kann einen Anfall provozieren. Dann sollten Eltern mit ihrem betroffenen Kind zum Beispiel langsamer fahren. Auch eine Sonnenbrille, die seitlich geschlossen ist, kann helfen. Gefährlich können auch Lichtreflexe auf der Wasseroberfläche sein. Das bedeutet, wer fotosensibel ist, sollte nicht alleine ins Wasser gehen oder mit einem Boot herumpaddeln.

Dürfen Menschen mit Epilepsie Auto fahren?

Den Führerschein gibt es tatsächlich nur bei Anfallsfreiheit. Bei guter medikamentöser Einstellung der Epilepsie wird ein Jahr, bei langjähriger, schwer einstellbarer Krankheit werden zwei Jahre Anfallsfreiheit gefordert. Dann dürfen Menschen mit Epilepsie ein Fahrzeug steuern – wie jeder andere auch.

Müssen Menschen mit Epilepsie besonders auf ihre allgemeine Gesundheit achten?

Auch Essegewohnheiten, Gefühle und Verhalten spielen bei Epilepsie eine Rolle. Alkohol, Wut oder Angst, Übermüdung oder Erschöpfung können das Risiko, einen Anfall zu bekommen, erhöhen. Oft kommt es aber erst dazu, wenn mehrere Faktoren aufeinander treffen. Auch die Ernährung kann eine Rolle spielen. Mit einer ketogenen Diät, bei der alle Kohlenhydrate tabu sind, gibt es vor allem bei Kindern eine Chance, Anfälle zu verringern.

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