v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel

Donnerstag, 04. Februar 2010

"Soziale Milchwirtschaft" in Lobetal

Verkostung am Eröffnungtag: Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl, Werkstattleiter Thomas Keller, Molkerei-Beschäftigte Jessica Linke, Dr. Ingeborg von Schubert, Verwaltungsratsvorsitzende der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, und Geschäftsführer Dr. Rainer Norden lassen sich den Biesenthaler Bio-Joghurt schmecken.

Bio-Molkerei in Biesenthal feierlich eingeweiht

 

 Die Hoffnungstaler Werkstätten feierten am Mittwoch, 3. Februar, die Einweihung der „Lobetaler Bio-Molkerei“ in Biesenthal, Sydower Feld. Zu den Ehrengästen gehörten der Staatssekretär des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft, Jörg Vogelsänger, die Verwaltungsratsvorsitzende der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Dr. Ingeborg von Schubert, der Betheler Vorstandsvorsitzende, Pastor Ulrich Pohl, und der amtierende Landrat des Landkreises Barnim, Carsten Bockhardt. Den innovativen Charakter dieses neuen Arbeitsbereiches unterstrichen der Vorstandsvorsitzende und Anstaltsleiter der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal, Pastor Dr. Johannes Feldmann, und der Kaufmännische Vorstand, Dr. Rainer Norden. Dies gelte für die Entwicklung eines neuen wirtschaftlichen Engagements, mit dem zugleich Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen werden sowie für eine umweltfreundliche Verpackung der Produkte und die „gläserne Produktion“ mit Bildungsangeboten für Schulklassen.

In den Grußworten wurde „Lobetaler Bio“ als ein beispielhaftes Gemeinschaftswerk hervorgehoben, mit dem das Angebot an regionalen Bioprodukten erweitert und wirtschaftliche Impulse in der Region Barnim gesetzt werden. Gerade angesichts der gegenwärtig nicht einfachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gehörten Mut, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein dazu, ein solches Projekt umzusetzen.

 

Der 1512 Quadratmeter große Molkereibetrieb auf dem Gelände der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH in Biesenthal, ca. 50 Kilometer nordöstlich von Berlin, entstand in zehnmonatiger Bauzeit. Investiert wurden 2,9 Millionen Euro, davon 550 000 Euro Förderung durch das Land Brandenburg und die Europäische Union. Zu Beginn verarbeitet der Betrieb 1,6 Millionen Kilogramm Milch jährlich. Sie stammt aus der eigenen Produktion in den Landwirtschaftsbetrieben der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal. Bis 2012 soll sich die Verarbeitungsmenge verdoppeln.

 

Abstimmung: Betriebsleiter Michael Kuper (l.) mit Mitarbeitenden an der Joghurtabfüllanlage

 

 

 

 

 

In der Molkerei entstehen neue Arbeitsplätze für fünf Facharbeiter und 24 Menschen mit Behinderungen. „Lobetaler Bio steht für soziale Milchwirtschaft“, erläuterte Betriebsleiter Michael Kuper, der das Bauvorhaben konzeptionell von der Planung bis zur Umsetzung begleitet hat. „Lobetaler Bio“ startet mit zwölf Produkten: Naturjoghurt mit 3,7 % und 1,5 %Fett, fünf Fruchtjoghurts in den Geschmacksrichtungen Erdbeere, schwarze Johannisbeere, Vanille, Mango Vanille und Pfirsich Maracuja, sowie Schlagsahne und Saure Sahne, Dickmilch, Ayran und verschiedene Weichkäsesorten. Die Besonderheit an der Dickmilch ist, dass diese bislang kaum als Bio-Produkt im Fachhandel angeboten wird, und auch das salzige Joghurtgetränk Ayran hat im Bio-Bereich bisher Seltenheitswert. Die hochwertigen Milchprodukte sind im regionalen und überregionalen Biofachhandel gelistet. Verwendet wird ein neues, innovatives Verpackungsmaterial, das zu ca. 50 Prozent aus Kreide besteht und eine hervorragende Energiebilanz aufweist.

 

Überzeugt von Lobetaler Bio-Qualität: Staatssekretär Vogelsänger (r.), Dr. Ingeborg von Schubert und Dr. Rainer Norden.

 

 

 

 

 

 

Die Molkerei verfügt über einen gläsernen Kundenbereich, der die Einsichtnahme in alle Produktionsabläufe ermöglicht. Es wird Besuchsangebote für Schulklassen der Region Berlin-Brandenburg mit einem hohen Bildungs- und Erlebniswert geben. Dabei wird die Besonderheit dieses Betriebes deutlich, in dem die Produkte überwiegend durch Menschen mit Behinderung hergestellt werden. Zur Schaumolkerei gehört auch ein Milchladen mit einem angeschlossenen Cafébereich. Hier kann nicht nur die Vielfalt der Milchprodukte probiert und erworben, sondern auch Kaffee mit Kuchen und kleinen Snacks genossen werden.

 

Die Lobetaler Bio-Molkerei ist ein Betriebszweig der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH, eine hundertprozentige Tochter der traditionsreichen Hoffnungstaler Anstalten Lobetal im Verbund der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Der Standort der Molkerei befindet sich auf dem Gelände der Hoffnungstaler Werkstätten in Biesenthal, in direkter Nachbarschaft zum Pflanzencenter der „Barnimer Baumschulen Biesenthal“. Die Bauplanung lag in den Händen des Architekten Urs Ganter, Architekturbüro Kaltenbach und Ganter, Bernau. Unter dem Dach der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH gibt es 850 angepasste Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen. Die überwiegende Anzahl der Arbeitsplätze befindet sich in Biesenthal und der näheren Umgebung im Landkreis Barnim. Daneben existieren Zweigwerkstätten in Erkner, Storkow und Reichenwalde (Landkreis Oder-Spree) sowie eine Außenstelle in Dreibrück (Landkreis Ostprignitz-Ruppin).

  

Produktpalette: Beschäftigte präsentieren ein Regal mit Lobetaler Bio-Joghurt

 

 

 

 

 

 

 

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