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100 Jahre Gilead: Geschichte und Zukunft

Heiner Geißler - Nächstenliebe ist Pflicht

Für das Prinzip Nächstenliebe in der Gesundheitsversorgung und gegen eine Privatisierung im Krankenhaus hat sich in Bethel der Sozialpolitiker und ehemalige Bundesminister Dr. Heiner Geißler ausgesprochen. Beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen des Krankenhauses Gilead appellierte Geißler: „Einrichtungen der Sozial- und Gesundheitsfürsorge dürfen nicht privatisiert werden, dann funktioniert die soziale Marktwirtschaft nicht mehr. Krankenhäuser sind eine öffentliche Aufgabe im Sinne der Allgemeinheit.“ Wer behaupte, dafür sei nicht genug Geld in der Gesellschaft vorhanden, der verbreite eine Lüge; das Geld sei nur falsch verteilt. Er bedauerte, dass Diakonie und Caritas um jeden Euro für ihre Arbeit kämpfen müssten, während an anderen Stellen der Reichtum angehäuft werde.  Nächstenliebe sei nicht „Gutmenschentum, sondern eine knallharte und oft schwere Pflicht für alle. „Wir alle sind der Nächste für die, die Opfer sind, die Not leiden, “ mahnte der langjährige CDU-Generalsekretär. Heiner Geißler plädierte dafür, dass Diakonie und Caritas zusammen gegen die missliche Finanzierungssituation ihrer Arbeit protestieren. „Wir alle erwarten von den Kirchen, dass sie das endlich öffentlich thematisieren“, so Geißler.

Gratulation für 100 Jahre Gilead: Dr. Heiner Geißler (m.) und Ministerin Barbara Steffens (4.v.r.). Foto: Freitag

Gratulation für 100 Jahre Gilead: Dr. Heiner Geißler (m.) und Ministerin Barbara Steffens (4.v.r.). Foto: Freitag

Zuvor hatte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens die Bedeutung des Ev. Krankenhauses Bielefeld, zu dem Gilead gehört, gewürdigt. „Das Ev. Krankenhaus Bielefeld ist nicht nur für die Stadt wichtig, sondern als großes Haus besonders für die Region, aber auch für ganz Nordrhein-Westfalen.“ Die Ministerin lobte zukunftsweisende Therapien des Klinikums und die Entwicklung von Konzepten etwa in der Versorgung von demenzkranken Menschen. „Sie helfen damit unmittelbar den Patienten und haben die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft im Blick.“ Barbara Steffens dankte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Pflege, Medizin und unterstützenden Funktionen des Krankenhauses für ihren Einsatz für andere Menschen; und sie schloss dabei ausdrücklich ehemalige Mitarbeitende und die vielen ehrenamtlich Engagierten mit ein.

Das Krankenhaus Gilead I wurde 1913 zunächst vor allem als Ausbildungsstätte für die Diakonissen des Betheler Mutterhauses Sarepta eröffnet; es hatte 200 Betten. Heute hat das Ev. Krankenhaus Bielefeld in Bethel und im Johannesstift in Bielefeld 1.500 Betten in 26 Fachabteilungen und ist ein Klinikum der regionalen Maximalversorgung. Mit rund 4.000 Mitarbeitenden gehört das Klinikum zu den zehn größten in Deutschland und ist das größte diakonische.

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