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3. Westfälischer Werkstättentag

"Da geht noch was"

Rund 300 000 Menschen mit Behinderung arbeiten gegenwärtig in den bundesweit knapp 700 Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Davon werden allein bei Bethel.proWerk 2.500 beschäftigt und gefördert. Den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt schaffen bundesweit nur 0,25 Prozent. „Da geht noch etwas“, sagte jetzt der Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit, Integration und Soziales, Dr. Wilhelm Schäffer, beim 3. Westfälischen Werkstättentag in der Stadthalle Bielefeld.

Das sieht auch proWerk-Geschäftsführer Ottokar Baum so. Zumal viele Werkstatt-Beschäftigte an einer psychischen Erkrankung litten und kognitiv keine Einschränkungen hätten. „Bei uns sind auch viele Diplomierte und Promovierte, die aus unterschiedlichen Gründen aus ihren Bezügen gekickt wurden“, so Ottokar Baum. Diese Menschen müssten wieder stabilisiert und integriert werden, sagte er auf dem Werkstatttag, der in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) stattfindet und in diesem Jahr maßgeblich von den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel organisiert wurde.

Oberbürgermeister Pit Clausen, der NRW-Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht, Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl und Tagungsorganisator Raimund Klinkert stehen vor dem Publikum.
Oberbürgermeister Pit Clausen (v. l.), der NRW-Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht, Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl und Tagungsorganisator Raimund Klinkert begrüßten die Teilnehmer in der Stadthalle.
Die Besucherinnen und Besucher im Publikum schauen auf die Bühne.
Unter dem Titel „Hand in Hand: Gemeinsam arbeiten – Voneinander lernen“ nahmen rund 300 Menschen an dem 3. Westfälischen Werkstättentag teil.
Teilnehmer besuchen in der Pause die Ausstellungen unterschiedlicher Werkstatt-Träger im Foyer der Stadthalle.
In den Pausen besuchten die Teilnehmer die Ausstellungen unterschiedlicher Werkstatt-Träger im Foyer der Stadthalle.
Ottokar Baum, Markus Toepffer und Michael Wedershoven stehen vor der Bühne.
Ottokar Baum, Markus Toepffer und Michael Wedershoven stellten die besonders Kompetenz der Werkstätten als Vermittler und Berater in den Vordergrund.

Aber auch Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung müssten bessere Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen, waren sich alle Experten einig. „Sinnvoll und denkbar“ findet Markus Toepffer, Leiter der WfbM der Stiftung Eben-Ezer in Lemgo, ein gestuftes Verfahren der Eingliederung. Denkbar wären Berufe im Bereich von Reinigung oder Gartenpflege. „Alles im Helferbereich“, ergänzte er. Allerdings gebe es hier die Konkurrenz mit jungen Menschen ohne Schulabschluss und Ausbildung.

Unter dem Titel „Hand in Hand: Gemeinsam arbeiten – Voneinander lernen“ nahmen rund 300 Menschen an dem 3. Westfälischen Werkstättentag teil – darunter waren neben zahlreichen Mitarbeitenden unterschiedlicher Werkstätten-Träger auch Experten vom LWL, verschiedener Verbände sowie aus der Landes- und Bundespolitik.

Der Referatsleiter in der Behindertenhilfe beim LWL, Michael Wedersoven, forderte Unternehmen der freien Wirtschaft dazu auf, die Werkstätten stärker als Vermittler und Berater in Sachen Arbeitsmarkt-Integration einzubeziehen. „Die Werkstätten haben die Kompetenz, Arbeitsprozesse so vorzubereiten, dass sie für einen behinderten Menschen angemessen sind und eine Beschäftigung funktioniert, so Michael Wedershoven.

Fotos: Paul Schulz

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