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Das Bid zeigt ein Porträt von Friedrich von Bodelschwingh.

Bundeskanzlerin besuchte Bethel-Werkstätten

Angela Merkel interessiert das Thema „Arbeit”

Einen hohen Gast konnten die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel am 27. April in Bielefeld willkommen heißen. Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte Europas größte diakonische Einrichtung, um sich vor allem über die Angebote der Werkstätten für behinderte Menschen und über ihre wirtschaftliche Situation zu informieren.

Die Bundeskanzlerin landete mit dem Hubschrauber gegen 14 Uhr im Sportpark Gadderbaum. Anschließend besuchte sie die Bernhard-Mosberg-Werkstatt, die Werkstatt am Quellenhofweg und den Dankort. Offiziell begrüßt wurde sie von  Bethels Vorstandsvorsitzendem Pastor Ulrich Pohl und vom Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen. Viele Bielefelder Bürger nutzten die Gelegenheit am Dankort, um die Kanzlerin einmal hautnah zu erleben.

Pastor Ulrich Pohl bat die Bundeskanzlerin, Menschen mit Behinderung auch in den kommenden Jahren in der Arbeitsmarktpolitik im Blick zu behalten. Unternehmen müssten ermuntert werden, behinderte Menschen zu beschäftigen, und es brauche gute Schul- und Ausbildungsmöglichkeiten, um eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt zu haben. Sie wolle gerne dafür sorgen, dass dieser Wunsch erfüllt wird, bekräftigte Angela Merkel.

Ein weiteres Thema war der Zivildienst und seine geplante Verkürzung auf sechs Monate. „Etwa zwei Drittel der jungen Männer möchten ihren Dienst freiwillig verlängern“, übermittelte Pastor Pohl aus einer Runde mit dem Bundesbeauftragten für den Zivildienst und Betheler Zivildienstleistenden, die vor Kurzem stattfand. Die Zivis hätten bemängelt, dass ihnen nach angemessener Einarbeitung nur noch sehr kurze Zeit bleibe, um ihren Dienst qualifiziert zu tun. „Wir sind wirklich auf einem guten Diskussionsweg, wenn es darum geht, die Wehrpflichtverkürzung auf den Weg zu bringen und das gleichzeitig mit dem Zivildienst, der freiwillig verlängert werden kann, in Einklang zu bringen“, gab sich die Bundeskanzlerin zuversichtlich.

Für die Idee aus Land, Kommune und Gesundheitswesen, an der Universität Bielefeld eine medizinische Fakultät einzurichten, bat Pastor Pohl die Bundeskanzlerin um Unterstützung. Dieser Plan sei besonders viel versprechend vor dem Hintergrund, dass Bethel neben mehreren sehr anerkannten Disziplinen des Ev. Krankenhauses Bielefeld auch seine große Erfahrung in der Behindertenmedizin in diese neue Fakultät einbringen kann. Die Behindertenmedizin zu integrieren sei vernünftig, findet Angela Merkel. „Es schreit ja geradezu danach“, so die Bundeskanzlerin angesichts des Missstandes in der medizinischen Versorgung behinderter Menschen. Es gebe da noch einen sehr großen Arbeitsbereich. Noch während des Besuches vereinbaren sie und Pastor Pohl einen Dreier-Kontakt mit Bildungsministerin Annette Schavan.

Bundeskanzlerin Merkel war damit zum zweiten Mal nach 2006 in der Ortschaft Bethel zu Gast. Vor ihr waren bereits die Kanzler Adenauer, Brand, Kohl und Schröder in Bethel.

Fotografen: Paul Schulz, Robert Burg und Reinhard Elbracht

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