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Das Foto zeigt die Zionskirche in Bielefeld-Bethel.

Eine „Welt jenseits der Worte“

„Gefühle sind nicht behindert“, ist Hansjörg Meyer überzeugt. Für Stimmungen hätten viele Menschen, die von sehr schweren Behinderungen betroffen seien, ein feines Gespür. Um sie emotional anzusprechen, könne Musik gezielt eingesetzt werden. „Mit ihr berühren wir Lebenswelten, die über Worte nicht erreicht werden können“, stellte der Referent aus Karlsruhe beim Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel fest.

Musikbasierte Kommunikation ermögliche Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen Ausdruck und Kontakt auf der körperlich-emotionalen Ebene, vor allem aber die Überwindung von Isolation, so der Musiktherapeut. Schließlich gebe es auch bei Menschen mit schwerer geistiger Behinderung eine „Welt jenseits der Worte“. „Eine Intelligenzminderung berührt die Fähigkeit des emotionalen Erlebens nicht“, machte Hansjörg Meyer vor den rund 220 Teilnehmenden in der Neuen Schmiede deutlich. Und Musik sei ein hervorragender Träger von emotionalem Gehalt.

Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.
Fachtag der Musiktherapie in Bielefeld-Bethel.

„Das funktioniert über Sprach- und Intellektgrenzen hinweg“, so der Referent. Und genauso könnten auch schwer beeinträchtigte Menschen Töne mit ihrem Körper erzeugen, etwa durch eine Bewegung, durch die Stimme oder sogar nur mittels der Atmung. So entstehe zwischen Therapeut und Klient ein musikalisches Gespräch – ohne Worte. „So werden Menschen, an denen meist gehandelt wird, zu ‚Bestimmern‘“, so Hansjörg Meyer. „Der Klient ist der Komponist, der Therapeut ist sein Orchester.“ Seine Aufgabe sei es, den Komponisten zu entdecken, der in jedem Menschen stecke.

Mit dem Verlauf der ausverkauften Veranstaltung sind die Organisatoren Ingo Drebes und Michael Herrlich, wie sein Kollege Musiktherapeut in Bethel, sehr zufrieden: „Es gab eine unheimlich dichte Atmosphäre in den Arbeitsgruppen“, lobte Michael Herrlich. Die „sinnlich konkrete Präsentation“ habe das Fachgebiet anschaulich und begreifbar gemacht.

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