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Glaube und Gesundheit

Spiritualtität hilft in Krisensituationen

 

Für immer mehr Menschen wird der Job zu einer so großen Belastung, dass sie krank werden – das gilt auch für Mitarbeitende im Sozial- und Gesundheitswesen. Über den Einfluss von Glauben und Spiritualität auf Wohlbefinden und Arbeitsfähigkeit diskutierten am Montag über 100 Teilnehmende auf einer Fachtagung in Bielefeld-Bethel. Grundlage waren drei Forschungsprojekte zum Thema Arbeit und Gesundheit.

Glauben und Gesundheit
(v.l.) Pastor Bernward Wolf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender Bethels, Professor Martin Sauer, Rektor der Fachhochschule der Diakonie, Professor Tim Hagemann, Maria Lohheide, Heike Lubatsch, Dr. Astrid Giebel und Professor Dr. Gerhard Wegner, Institutsdirektor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD.
Glauben und Gesundheit
Großes Interesse: Mehr als 100 Menschen nahmen an der Tagung in Bielefeld-Bethel teil. Fotos: Paul Schulz

„Religiöse Menschen können Belastungen besser verarbeiten“, stellte der Arbeitspsychologe Tim Hagemann fest. Der Professor an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld-Bethel hatte 996 Mitarbeitende aus dem Gesundheits- und Sozialwesen befragt, davon arbeiten 168 in nicht konfessionell-gebundenen sozialen Einrichtungen. „Je religiöser sich die Teilnehmer selbst beschrieben, desto weniger krisenanfällig waren sie.“ So genannte Gratifikationskrisen, in denen der persönliche Einsatz nicht entsprechend entlohnt wird, können Krankheiten hervorrufen.

Auf die Auswirkungen eines umfassenden Strukturwandels wies Maria Lohheide, sozialpolitischer Vorstand der Diakonie, hin. Menschen, die sich um andere Menschen kümmern, erleben heute am Arbeitsplatz vielfach eine tiefgreifende Verunsicherung oder Sinnkrise. „Wir sind an einem Punkt, an dem die Mitarbeitenden Authentizität einfordern und unter einer wenig ausgeprägten diakonischen Kultur leiden“, betonte auch Heike Lubatsch, die im Auftrag des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD die Arbeitssituation und Zufriedenheit der Pflegenden in diakonischen Krankenhäusern untersuchte.

„Nicht das empathische Begleiten von Patienten lässt die Erschöpfung von Pflegenden entstehen, sondern Begleitung nicht ermöglichen zu können, führt zum Ausbrennen“, sagte Dr. Astrid Giebel vom Diakonischen Werk der Ev. Kirche. Spiritualität müsse als wichtige Ressource für die Gestaltung des ganzen Lebens einbezogen werden, auch in der Verarbeitung von Leid- und Krisensituationen.

Fotograf: Paul Schulz

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