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Heute ist "Tag der Wohnungslosen"

Betheler Präventionsangebote

Am 11. September rücken die Menschen in den Mittelpunkt, die 364 Tage im Jahr eher am Rande der Gesellschaft leben. Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. sind das nicht wenige: 2010 sollen 248.000 Menschen in Deutschland wohnungslos geworden sein. Der Aktionstag legt die Frage nahe, wie kann präventiv geholfen werden? Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel bieten in Diepholz und Bielefeld Hilfen an, bevor die Wohnung verloren ist.

Stefan Walbröhl und Beate Kenneweg vom Begegnungszentrum Arche sondieren Wohnungsanzeigen.
Stefan Walbröhl und Beate Kenneweg vom Begegnungszentrum Arche sondieren Wohnungsanzeigen. Foto: Reinhard Elbracht

Neues Netzwerk im Norden

Eigentlich hatte er sein Leben gut im Griff. Eigentlich. Doch vor vier Jahren warf Stefan Walbröhl eine schwere Erkrankung aus der Bahn. Zunächst verlor er seinen Beruf, dann – mit dem Ausbleiben des Einkommens – schlitterte der 36-jährige Niedersachse in eine Misere, aus der er sich aus eigener Kraft nicht befreien konnte. Ihm half ein neues Angebot von Bethel im Norden, das Menschen dabei unterstützt, die Wohnungslosigkeit zu verhindern.

Wie Stefan Walbröhl geht es vielen Menschen in Deutschland. Oftmals ist ein Wohnungsverlust  die Folge von Mietrückständen – und nicht selten der Eintritt in eine verhängnisvolle Abwärtsspirale. Um diesen Prozess abzufangen, sind seit Jahresanfang im Bereich Bethel im Norden Mitarbeitende im Einsatz. In Diepholz, wo Stefan Walbröhl lebt, wurde unter der Abkürzung „new“ ein „Netzwerk für Existenz- und Wohnraumsicherung“ ins Leben gerufen.

Ein gutes Netzwerk hat sich etabliert: Institutionen, wie Jobcenter, Sozialdienste oder Jugend-, Gesundheits- und Ordnungsamt, beteiligen sich; aber auch Pastoren, Freunde oder Familienangehörige vermitteln Menschen in Not. „Viele Kontakte erhalten wir auch in unserem Begegnungszentrum Arche“, sagt Thomas Blauth, der das Bethel-Angebot mit seiner Kollegin Susanne Gerking betreut.

„Wir belassen unsere Klienten in der Eigenverantwortung, unterstützen sie aber bei dem Versuch, wieder Fuß zu fassen“, sagt Thomas Blauth. „Das heißt, wir begleiten zum Amt, helfen beim Ausfüllen von Anträgen, vermitteln Gespräche mit den Vermietern und machen auf geeignete Wohnungsanzeigen aufmerksam.“ In einem ersten Schritt gilt es, die akute Gefahr des Wohnungsverlustes abzuwenden. Danach wird eine solide Finanzplanung aufgestellt, um Miet- und Energiezahlungen langfristig zu sichern.

In Bielefeld ist Jürgen van der List für die "Mobile Mieterhilfe" im Einsatz. Foto: Paul Schulz
In Bielefeld ist Jürgen van der List für die "Mobile Mieterhilfe" im Einsatz. Foto: Paul Schulz

Mobile Mieterhilfe in Bielefeld

Auch in Bielefeld bietet Bethel Hilfe an für Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Das dreijährige Modellprojekt „Mobile Mieterhilfe“ ist inzwischen abgeschlossen. In über 60 Fällen ist die Wohnungslosigkeit verhindert worden. Jetzt soll das Angebot weitergeführt werden.

Durchgeführt wurde das Projekt von den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und dem Ev. Gemeindedienst im Ev. Johanneswerk als freien Trägern und der Bielefelder Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (BGW), die meist den Kontakt zu den Klienten herstellte.  Da sowohl die BGW als auch Bethel das Projekt weiterführen wollen, werden jetzt neue Partner gesucht.

 

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