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175 Jahre Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge

Postkarte 1914

Zusammenschluss zweier Anstalten

Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin wird in diesem Jahr 175 Jahre alt. Mit seinen historischen Bauten liegt es inmitten eines idyllischen Landschaftsparks im östlichen Stadtteil Lichtenberg. Zusammengesetzt aus zwei Krankenhäusern mit komplett unterschiedlichen Wurzeln, schaut das KEH auf eine lange und bewegte Geschichte zurück.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert platzten die großen Städte in Deutschland aus allen Nähten die Reichshauptstadt Berlin aus allen Nähten. Auf der Suche nach Arbeit in neu gegründeten Fabriken strömten Massen von Menschen in die Metropole, so auch nach Berlin. Mit dem Zustrom stieg auch die Zahl der psychisch Kranken in explosionsartig an. Deshalb eröffnete die Stadt mehrere neue „Irrenanstalten“, unter anderem auch auf dem Flurstück „Herzberge“ in Lichtenberg.

Kindergarten 1931
Kinderbewahranstalten, wie sie von Königin Elisabeth von Preußen ins Leben gerufen wurden, gab es über hundert Jahre in Berlin.

Viele Menschen in Berlin mussten unter erbärmlichsten Verhältnissen leben. Jede zehnte Wohnung in der Reichshauptstadt befand sich in einem Kellerraum.  Miserable hygienische Bedingungen und der Mangel an Tageslicht bereiteten den Boden für Krankheiten, wie Tuberkulose und Rachitis. Das Elend der armen Bevölkerung in Berlin rührte Königin Elisabeth von Preußen. Die Gattin von König Friedrich Wilhelm IV von Preußen sorgte dafür, dass Klein-Kinder-Bewahranstalten gegründet wurden.

Die Bewahranstalten übernahmen die Aufgabe „die Kinder von zwei bis fünf Jahren in Abwesenheit ihrer Eltern körperlich und geistig zu überwachen und sie früh mit dem Erlöser bekannt zu machen, damit sie Gott über alle Dinge, demnächst auch ihre Eltern, ihren König und ihr Vaterland lieben und ehren lernen“, so ist es in der Jubiläumsschrift von Ina Herbell und Johannes Lehmann vom Historischen Archiv des KEH nachzulesen.

Königin Elisabeth von Preußen
Königin Elisabeth von Preußen (1801-1873)

Bei ihren häufigen Besuchen stellte die Königin fest, dass die meisten Kinder krank waren. So regte sie an, den Schwerpunkt der Einrichtung nicht allein auf Erziehung zu legen, sondern „zuvor für die körperliche Genesung der kleinen gebrechlichen Geschöpfe Sorge zu tragen.“ Es wurde eine Stiftung ins Leben gerufen, um eine Kinder-Heilanstalt zu gründen. Am Karfreitag, den 14. April 1843, vor 175 Jahren, wurden die ersten Patienten in der Klein-Kinder-Krankenbewahranstalt aufgenommen. Seit 1910 trägt das Krankenhaus den Namen der Patronin Königin-Elisabeth.

Ende des Zweiten Weltkriegs im April 1945 eroberte die Rote Armee Berlin. Die sowjetische Militärverwaltung besetzte das Gebäude des Königin-Elisabeth-Hospitals und verwies die Einrichtung auf das Klinikgelände in Herzberge. Die Psychiatrie gab es allerdings nicht mehr. Die Nationalsozialisten hatten die meisten Patienten im Rahmen der T4-Aktion getötet. Die Gebäude wurden als „Städtisches Krankenhaus Herberge“ genutzt.

Mit dem Königin- Elisabeth-Hospital gab es in Herberge nun zwei Krankenhäuser nebeneinander. Die beiden Häuser vereinigten sich nach der Wende 1992 unter dem Dach des Evangelischen Diakoniewerks Königin Elisabeth. Seit 2001 ist das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge eine gemeinnützige Gesellschaft und gehört zu den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Der Name der Patronin blieb.

Fotos: KEH-Archiv

Jubiläumsschrift

Die Jubiläumsschrift mit ausführlichen Informationen zu den Anfängen des KEH in Berlin gibt es beim

Historischen Archiv am KEH
Ina Herbell
Tel: 030/5472-2610
i.herbell[at]keh-berlin.de

 
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