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Bethel bietet Kultur für Nichtstillsitzer am 11. März

Am kommenden Sonntag zum Kaffee ins Konzert

„Mama, was macht der da?“, „Der Mann dirigiert“, „Mama, was ist das?“, „Das ist eine Trompete“,- spätestens jetzt wird die Mutter das Kind nehmen und den Konzertsaal verlassen, um den Vortrag nicht weiter  zu stören. Doch in Bielefeld braucht sie nicht komplett auf klassische Konzerte verzichten solange die Kinder klein sind. Es gibt eine Veranstaltung, in der sie sowohl die Musik genießen, als auch auf Kinderfragen antworten kann. „Klassik um 3“ heißt die Veranstaltungsreihe für alle Menschen, die nicht nur stillsitzen wollen. Fünf Mal im Jahr geben die Bielefelder Symphoniker für dieses ganz besondere Publikum klassische Konzerte im Assapheum in Bethel. Und das machen sie schon seit über hundert Jahren, wie jetzt eine Bielefelder Bürgerin herausgefunden hat.

Es war eine Familiengeschichte, über die Elisabeth Teske mehr erfahren wollte und im Bethel-Archiv recherchierte. Zufällig fiel ihr dabei ein Bethel-Anzeiger aus dem Jahr 1911 in die Hände. Schon die ersten vier Worte weckten ihre Aufmerksamkeit: „Sinfonie-Konzert im Assapheum“ war da zu lesen. Und weil Elisabeth Teske ein Fan der Konzertreihe  „Klassik um 3“ in Bethel ist, las sie weiter. „Nach längerer Pause will uns das Städtische Orchester aus Bielefeld mit seinen Klängen erfreuen.“ Damit war klar: Die Bielefelder Symphoniker und die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sind sich seit über hundert Jahren verbunden.

Diese Verbundenheit wundere ihn nicht, sagt der Generalmusikdirektor der Stadt Bielefeld, Alexander Kalaijdzic. „In Bethel zu spielen, ist etwas Besonderes. Die Menschen sind sehr empfänglich für die Musik. Sie kommt bei ihnen direkt an. Das ist der Ursprung. Deshalb wird Musik geschrieben.“ Alexander Kalaijdzic wird das nächste Konzert am Sonntag (11.3.) in Bethel dirigieren, und wie jedes Mal wird die Bethelmitarbeiterin Uta Braune-Krah in das Konzert einführen. „Klassik um 3 ist immer sehr gut besucht. Es ist ganz normal, dass die Kinder herumlaufen oder Menschen mit Behinderung während der Musik klatschen“, so die Nazareth-Diakonin, die die Konzerte mit organisiert.

Antje Haury, Geschäftsführerin der Bielefelder Philharmoniker, versichert, dass die Orchestermitglieder trotz eines angespannten Terminplans gerne in Bethel spielen. „Die Veranstaltungsreihe macht ihnen Spaß.“ Sogar die Orchestermusikerinnen und -musiker, die nicht mitspielten, kämen mit ihren Familien dazu. „Sie sitzen zwischen den Zuhörern, genießen die Musik und treffen sich in der Pause mit den anderen zu Kaffee und Kuchen. Das ist gelebte Integration“, betont sie. Auch Christiane Pfitzner, Vorsitzende der Theater- und Konzertfreunde Bielefeld, unterstützt die klassischen Konzerte in Bethel. Die Aufführungen hätten immer eine besondere Qualität. „Und dass das Orchester den Dienst in Bethel zusätzlich und kostenlos übernimmt, finde ich ganz toll“, lobt die Konzertfreundin.

Für den kommenden Sonntag hat sich Generalmusikdirektor Alexander Kalaijdzic etwas Besonderes ausgedacht. Er wird genau die Stücke aufführen, die vor hundert Jahren im Bethel-Anzeiger angekündigt wurden: die 1. Sinfonie von Ludwig van Beethoven und einen Querschnitt aus der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“. Dazu Alexander Kalaijdzic: „Die erste Sinfonie ist frech wie Oskar, und frech werden wir sie spielen. Da werden sich die Geigen freuen“, spielt er auf die hohen Tempi in der Sinfonie an. Und auch auf die Zauberflöte dürfen sich die Konzertbesucher freuen. Fünf Sängerinnen und Sänger des Ensembles des Bielefelder Stadttheaters werden das Ensemble noch verstärken.

Das Konzert am Sonntag, 11. März, beginnt um 15 Uhr im Assapheum Bethel, Bethelplatz 1, Bielefeld-Bethel. Der Eintritt ist zwar frei, aber am Ausgang wird um einen Beitrag gebeten.

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