v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
 
Spenden
Suchen

Diakonisse Elisabeth Christiani

Diakonisse in Bethel

"Ich denke, Vater Bodelschwingh hat nicht eine Leiter mit 150 Sprossen gesehen, als er diesen Ort Bethel nannte. Er sah die Menschen, die Hilfe brauchten und war Gott dankbar für jeden kleinen Schritt, den er mit ihnen gehen konnte. Jakob, finde ich, bekam eine gewaltige Zusage mit einem großen Auftrag, der ihn ja auch erschrocken machte. Da brauchte er sicher viele Engel.

Vater Bodelschwingh hat gesagt, es geht kein Mensch über diese Erde, den Gott nicht liebt. – Und weil er wusste, dass in Jesus Christus jeder unser Bruder oder Schwester ist, ob er Hilfe braucht oder Hilfe gibt, konnte er so im Segen wirken. Ich denke, Jesu Wort: Ohne mich könnt ihr nichts tun, gilt auch für uns heute an jedem Tag. Das heißt aber auch: ohne mich müsst ihr nichts tun. Ich finde, eine großartige Aussicht.

Für Bethel wünsche ich, dass die Himmelsleiter immer eine gute Stabilität bis oben behält, so dass viele Engel auf- und absteigen können. Zum Schluss ein Lutherwort: Die Barmherzigkeit Gottes ist wie der Himmel, der stets über uns fest bleibt. Unter diesem Dach sind wir sicher, wo auch immer wir sind."

Weiterer Kommentar:

"Ich sehe sie als Lebensleiter, und die beginnt für mich mit der Taufe, wo Gott ein klares Ja zu meinem Leben besagt hat. Bei der Konfirmation wurde mir das Bekenntnis des Petrus Joh 6,68 zugesprochen: Herr, wohin sollen wir gehen, du hast Worte des ewigen Lebens. Zu der Zeit war der Glaube bei mir noch eine ziemlich dünne Sprosse auf der Lebensleiter, durch Kriegswirren noch verstärkt. Ja, und dann kamen doch ein paar Engel die Leiter herunter und Gott schickte mir einen Menschen, der mir sehr half meine Glaubensleiter zu stabilisieren. Ich denke, Jakob erlebte seinen Auftrag viel intensiver, aber auch für mich war es eine entscheidende Zeit, und es änderte sich auch der Standort meiner Lebensleiter. Gott führte mich in eine Glaubens-, Lebens- und Dienstgemeinschaft, hier in Bethel. Da alles neu und fremd war, hatte die Himmelsleiter nicht nur blankgeputzte Stufen. Oh nein, manche waren dunkel und uneben. Zum Glück schickte Gott dann seine Engel herunter, die viele Wege ebneten. Große Kraft gab mir das Leben in der Gemeinschaft, Menschen, die mich mit Gesprächen, Gebeten und Fürbitte begleiteten. 1955 wurde mir bei der Einsegnung das Wort des Propheten Jesaja zugesprochen: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Kap. 43,1. Das Wort ist mir bis heute sehr wichtig und stärkt mich sehr. So wurde die Leiter immer länger und viele Engel waren unterwegs. Der Ort, aber blieb gleich, nämlich Gilead I, und das für 40 Jahre. Rudolf Otto Wiemer sagt: Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel. So hoffe ich, dass ich manchen, die mit mir auf dem Weg waren, ein Engel sein konnte. – So gab es viele Zeiten, wo ich viele blanke Sprossen sah und ich dachte, hier müsste man einen Parkschein lösen können um länger zu verweilen, aber die Engel hatten ja zu tun. –

Ja, und dann gibt es noch die letzten 23 Sprossen, auch sie hatten viele Farben. Gott wusste wohl stets gut zu mischen, die Freude und den Schmerz, und manche Stufe war ein Zeichen von seinem Trost für mein verzagtes Herz. Dennoch war jede Stufe mit großem Dank umwickelt, und ich sehe den letzten Stufen gelassen entgegen in der festen Zuversicht: „Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein.“

Für Bethel wünsche ich, dass die Himmelsleiter immer eine gute Stabilität bis oben behält, so dass viele Engel auf- und absteigen können. Luther sagt: Die Barmherzigkeit Gottes ist wie der Himmel, der stets über uns fest bleibt. Unter diesem Dach sind wir sicher, wo auch immer wir sind.

Und für mich spreche ich: Guter Gott, ich gehe durch mein Leben, doch kann ich´s nicht allein. Du, Gott, versprichst zu heben, was schwer wiegt wie ein Stein. Das tust du nicht alleine, in deinem Auftrag wacht, ein Freund und freundlich Engel, der mich hat wohl bedacht. Das macht mein Wandern leichter, ich weiß ja ganz tief drin, auf deiner Engelsleiter gibt´s Fürbitt, Trost und Sinn."

© 2018 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel