Donnerstag, 02. Februar 2012

Auf seiner 100. Fahrt wurde Martin Braune (m.) von Johanna Braune und Kfz-Meister Friedhelm Orscheg begleitet. Foto: Steffen Schlandt
Vom Spannbetttuch bis zur Großküche
Bielefeld-Bethel. Von seiner 100. Tour nach Osteuropa ist Diakon Martin Braune soeben zurückgekehrt. Diesmal ging es mit Bettwäsche und einem VW-Bus nach Rumänien. Die Wäsche war für ein Hospiz bestimmt und der Wagen ging an ein soziales Projekt in Kronstadt.
Seine 100. Fahrt nach Osteuropa führte Diakon Braune in das Land zurück, in dem vor 20 Jahren alles angefangen hat. Als er seine Frau Johanna 1992 ins rumänische Herrmannstadt (Sibiu) begleitete – sie bildete im Auftrag des Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland Altenpflegerinnen aus - war Martin Braune erschrocken über die Zustände in Rumänien. „Ich empfand es als meine Christenpflicht, etwas zu unternehmen“, betont der Sozialarbeiter im Ruhestand.
Weil sowohl die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel als auch Martin Braune immer öfter um Unterstützung für Alten- oder Behindertenhilfeeinrichtungen in der Ukraine, in Bulgarien, Rumänien oder Bosnien angefragt wurden, ging auf Wunsch des Vorstands in Bethel das Projekt Osteuropa-Hilfen an den Start. Bis heute koordiniert der ehemalige Bethel-Mitarbeiter ehrenamtlich Hilfen, sammelt Geld-und Sachspenden und organisiert die Transporte. Über 100 LKWs mit Hilfsgütern hat Martin Braune bisher auf den Weg gebracht und rund 50 Fahrzeuge, die den Osteuropa-Hilfen gespendet wurden, überführt.
Vieles hat sich mit seiner Hilfe in Osteuropa zum Guten gewendet, wie im bulgarischen Tvardiza. Die Einrichtung für Menschen mit Behinderung befindet sich in einem renovierten Haus mit ansprechender Ausstattung. „Vor zehn Jahren lebten dort in einem ehemaligen Munitionsdepot hunderte Behinderte im Massenelend“, so Martin Braune.
Aufhören bei den Osteuropa-Hilfen kommt für den 77-jährigen Bethel-Diakon nicht infrage. Die nächsten Projekte sind bereits geplant: eine Fortbildung für Mitarbeitende in einer Klinik für Menschen mit Muskelschwunderkrankungen in Rumänien und die Überführung einer in Deutschland ausgedienten Großküche für eine 500-Betten-Psychiatrie in der Ukraine.