Montag, 15. Juni 2009
Diakonische Arbeit mit großer Vision
Bonn-Bielefeld/Bethel. Einen Überblick über die Entwicklung und die Arbeit der größten diakonischen Einrichtung Europas gibt die Wanderausstellung „Gemeinschaft verwirklichen“ der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel.
Der Eröffnungsgottesdienst findet statt am Sonntag, 28. Juni 2009, um 10.00 Uhr mit Pfarrer Petrat (Kreuzkirche) und Pfarrer Wolf (Vorstand Bethel) in der Ev. Kreuzkirche Bonn.
Die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel setzen sich für behinderte, kranke, alte und sozial benachteiligte Menschen ein. Bethel ist mit seiner 140-jährigen Geschichte geprägt durch die Ideen der Pastoren Friedrich und Fritz von Bodelschwingh. Sie wollten Menschen Hilfe geben, die woanders auf verschlossene Türen stießen. Aus dieser Idee heraus sind in Bielefeld und Eckardtsheim, im niedersächsischen Freistatt, im westfälischen Homborn und in Lobetal bei Berlin „Ortschaften der Hilfe“ mit Wohn-, Arbeits- und Betreuungsangeboten entstanden.
Leben und Arbeiten in Bethel basieren auf dem Grundsatz, dass jeder Mensch seine von Gott gegebene Würde hat. Das heutige Selbstverständnis Bethels kommt in der Vision „Gemeinschaft verwirklichen“ zum Ausdruck: Alle Menschen in ihrer Verschiedenheit leben selbstverständlich zusammen, lernen und arbeiten gemeinsam.
Zu den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel gehören Kliniken und Heime, Schulen und Kindergärten, Wohngruppen, Betriebe, Werkstätten und Werktherapien sowie Ausbildungsstätten. Die diakonische Arbeit steht heute vermehrt im Zeichen einer Ergänzung stationärer durch ambulante Hilfeangebote. Viele kleine Einrichtungen entstehen in Nachbarschaften im Raum Dortmund, in Düsseldorf sowie in Ostwestfalen. Inzwischen gibt es Einrichtungen und ambulante Dienste in sechs Bundesländern. Jährlich werden in den einzelnen Einrichtungen, Beratungsstellen und Krankenhäusern der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel mehr als 100.000 Menschen behandelt, betreut oder beraten.
Die Wanderausstellung veranschaulicht mit Bildern, Grafiken und Texten neben der Geschichte Bethels und dem Wirken Friedrich von Bodelschwinghs die aktuelle diakonische Arbeit Bethels. Unter anderem werden die Arbeitsbereiche Behindertenhilfe, Hospizarbeit, Jugendhilfe, Altenhilfe, Kliniken und Psychiatrie vorgestellt. Kurz und verständlich wird auch erklärt, was Epilepsien sind, wie sie behandelt werden können und welche Hilfe das Epilepsie-Zentrum Bethel Menschen mit einem Anfallsleiden geben kann. Die einzelnen Themenkomplexe werden auf Informationsinseln mit jeweils sieben bis neun Stellwänden präsentiert.
Einige Informationsinseln sind mit modernen sensorischen und interaktiven Präsentationselementen ausgestattet. Sie geben den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, eigene Erfahrungen im Leben mit körperlichen Einschränkungen zu sammeln.
Im interaktiven Ausstellungsteil „Tüfteln, Tasten und Wackeln“ können sich die Besucher auf neue Perspektiven einlassen und auf spielerische Art und Weise erkunden, welche Probleme mit einer Behinderung verbunden sind.
Am Beispiel von Sylvia Schön und Kai Roprecht, die seit drei Jahren ein Paar sind, erhalten die Besucher einen lebendigen Eindruck vom Leben von Menschen mit Behinderung. Die beiden berichten, wie sie sich in Bethel kennen gelernt haben und wie sie gemeinsam ihren Alltag bewältigen.
An freistehenden Multimedia-Säulen können sich die Besucher individuell und ausführlich über aktuelle Themen informieren. Für Rollstuhlfahrer gibt es einen Multimedia-Bildschirm auf Augenhöhe. Die Ausstellung und das Begleitheft sind deutsch- und englischsprachig.
„Gemeinschaft verwirklichen“ wird von Sonntag, 28. Juni 2009, bis Donnerstag, 6. August 2009, in der Ev. Kreuzkirche, Kaiserplatz, 53113 Bonn zu sehen sein.
Die Öffnungszeiten sind Di.-Sa. von 09.00 bis 17.00 Uhr; So. 10.00 -14.30 Uhr; Mo. Ruhetag (außer am 29.06.). Anmeldungen für Gruppen bis zum 23.06. an: PR Information, Bethel, Tel. 0521-144-3599.
Informationen zur Ausstellung „Gemeinschaft verwirklichen“ gibt Öffentlichkeitsreferent Uwe Drosselmeier vom 28.06.-30.06.