Mittwoch, 28. Oktober 2009

Medizin trifft Sport am kommenden Samstag in der Rathausstraße: (v.l.) Dr. Ulrich Quellmalz, Henner Zimmat und Dr. Burkhard Feidicker informieren dann über Durchblutung und Sport.
Extrem Durchblutet
Bielefeld-Bethel. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie ruft am Sonnabend, den 31. Oktober, zum fünften Mal zu einem bundesweiten Gefäßtag auf. Das Ev. Krankenhaus Bielefeld (EvKB) informiert an diesem Tag über das Thema Gefäßkrankheiten. Zum ersten Mal beraten die Ärzte der Gefäßklinik in der Bielefelder Innenstadt.
„Extrem Beweglich“. Das ist der Slogan des Sportgeschäfts Schlepper Sport in der Bielefelder Altstadt. Am kommenden Wochenende geht es vor dem Sportgeschäft in der Rathausstraße zum ersten Mal „Extrem Durchblutet“ zu. Am Samstag informiert das Ärzteteam des EvKB von 11 bis 17 Uhr in einem speziellen Medizinerzelt über die Vorbeugung von Durchblutungserkrankungen.
Neun von zehn Deutschen haben Venenprobleme. Auch Sportler können davon betroffen sein. Sport fördert die Durchblutung. Das ist nicht neu. „Aber er muss richtig ausgeführt werden, damit er gesund hält“, wissen die Kooperationspartner Dr. Ulrich Quellmalz, Chefarzt der Gefäßklinik im EvKB und Henner Zimmat, Geschäftsführer von Schlepper Sport. „Wir nutzen in diesem Jahr den Gefäßtag, um über die Prävention und die Therapie von Gefäßerkrankungen aufzuklären.“, erklärt Chefarzt Dr. Quellmalz. Deshalb lege auch der Beratungsort vor dem Sportgeschäft nahe, weil Sport die effektivste Vorbeugung sei.
„Der richtigen Sport mit der richtigen Ausrüstung“ ist für Dr. Quellmalz aus medizinischer Sicht entscheidend für die Vorbeugung von Gefäßerkrankungen: „Die Kompressionstherapie ist bei der Beindurchblutung mittlerweile auch im Sport anerkannt.“ Sein Kollege Oberarzt Dr. Burkhard Feidicker erklärt die Methode: „in der Kompressionstherapie üben beispielsweise Kompressionsstrümpfe beim Sport an bestimmten Stellen des Beins einen genau definierten Druck aus. Dabei werden die Venen zusammengedrückt“. Dadurch werde der Rückfluss des herzwärts gepumpten Bluts unterstützt, so Dr. Feidicker weiter. Das Blut könne dann nicht mehr im Bein „versacken“. Die Kompressionstherapie übe Druck auf die Gefäße aus und wirke so dem Blutstau in den Venen entgegen. „Müde, schwere Beine im Sport sind dann Vergangenheit“, ergänzt Dr. Quellmalz.
Darüber hinaus informieren die Gefäßexperten im Medizinerzelt in der Rathausstraße auch über das diesjährige Schwerpunktthema des Gefäßtages, nämlich über die Bauchschlagader-Erweiterung, die im Fachjargon auch Bauchaortenaneurysma heißt. Diese Erweiterung kann in allen Körperregionen auftreten. Sie betrifft allerdings am häufigsten die Bauchschlagader. Sie kann bei einer Erweiterung platzen und zu einer inneren Verblutung führen. Blutgerinnseln im Aneurysma rufen auch plötzliche Gefäßverschlüsse in den Beinen hervor. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Dr. Feidicker nennt Zahlen: „Einer von hundert Männern über 65 Jahren hat ein Bauchaortenaneurysma“.
Am 31. Oktober bleibt es aber nicht nur bei Trockenübungen: Im Medizinerzelt gibt es neben der Information auch kostenlose Gefäßuntersuchungen der Beine und der Bauchschlagader.
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