Freitag, 03. Februar 2012

Die ehrenamtlichen Helferinnen des Hospizvereins kochten unter Anleitung von Chefkoch Frank Teismann und Koordinatorin Rita Ackermann (v. l.) unterschiedliche Gerichte. Foto: Paul Schulz
Bielefeld-Bethel. Schwerkranken Menschen mit leckeren Gerichten eine Freude machen – dieses Ziel haben sich die freiwilligen Helferinnen des Hospiz e.V., Bethel gesetzt. Zu der vom Verein organisierten Fortbildung „Essen und Trinken am Lebensende – ein Kochkurs der besonderen Art“ trafen sich die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der Lehrküche des Kerschensteiner Berufskollegs in Bielefeld-Bethel, um unter Anleitung eines erfahrenen Chefkochs unterschiedliche Speisen zuzubereiten.
„In diesem Kochkurs geht es nicht nur im die reine Essensaufnahme“, erklärt die Koordinatorin des Hospiz e.V., Bethel, Rita Ackermann (v. l.). Die Herausforderung für die Mitarbeiter des Vereins besteht darin, bei der Zubereitung krankheitsbedingte Einschränkungen, wie Schluckbeschwerden oder Appetitlosigkeit, zu berücksichtigen und dennoch leckere Speisen herzurichten.
Inspiration und Tipps gab es in dieser Fortbildung von Profi-Koch Frank Teismann, der seit über 20 Jahren in einem Altenheim arbeitet. „Die Sinne anregen“, lautet sein Geheimrezept. Neben Geruchs- und Geschmackssinn meint er damit auch die visuelle Wahrnehmung: „Schon mit ganz einfachen Hilfsmitteln, wie essbaren Blüten oder Kräutern, lassen sich tolle optische Effekte erzielen“, verriet der Koch. „Ein kleines Gänseblümchen, dekorativ auf dem Teller platziert, kann für ein strahlendes Lächeln der Bewohner sorgen.“
Die Vielfalt der Rezepte in diesem Kochkurs reichte von Möhrensuppe und Kürbisflan mit Spinatsauce über Apfel-Selleriepüree bis hin zu Sanddornquark. Auswahlkriterien für die Gerichte waren Einfachheit und geringe Zubereitungsdauer: „Die Zubereitung der Speisen darf im Normalbetrieb nicht mehr als 30 Minuten in Anspruch nehmen“, erklärte Rita Ackermann.
Jede Kursteilnehmerin bereitete ein Gericht vor, das im Anschluss von den anderen Mitwirkenden in gemütlicher Runde probiert wurde. Alle Rezepte liegen nun als Mappen im Stationären Hospiz Haus Zuversicht in Bethel aus. Über 80 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen gehören dem Hospizverein in Bielefeld-Bethel an und begleiten Sterbende und ihre Angehörigen ambulant, stationär im Haus Zuversicht und in Krankenhäusern, Altenheimen und Behinderteneinrichtungen.