Montag, 16. März 2009

Der Beirat des NTZ Duisburg mit dem Maßregelvollzugsbeauftragten der NRW-Landesregierung, Uwe Dönisch-Seidel (5. v. l.), und der Klinikleitung. Foto: Garlichs
Neubau wird fristgerecht fertig
Duisburg/Düsseldorf. Die Mitglieder des Planungs-Beirates für das Niederrhein Therapiezentrum Duisburg (NTZ) in Hohenbudberg haben sich jetzt zur letzten Sitzung des Gremiums in Friemersheim getroffen.
Der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug, Uwe Dönisch-Seidel, bestätigte den guten Baufortschritt der Klinik. Sie soll Ende April fertig gestellt sein und anschließend den Betreibern Ev. Johanneswerk und v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel übergeben werden. Die Klinikleitung plant jetzt, das Therapiezentrum bei Nachbarschaftstagen im Juni der Bevölkerung vorzustellen. Im Spätsommer sollen dann die ersten Patienten in das neue NTZ einziehen.
Der Planungs-Beirat für das Niederrhein Therapiezentrum Duisburg hat sieben Jahre lang die Vorbereitungs- und Planungsphase sowie dann die Bauarbeiten begleitet. Im Beirat haben Vertreter aus der Kommunalpolitik, Fachleute aus der Suchthilfe, Polizei und Anwohner gemeinsam mit den künftigen Betreibern gearbeitet. Im Namen der künftigen Betreiber Johanneswerk und Bethel bedankte sich Dr. Günther Wienberg vom Bethel-Vorstand, für die langjährige engagierte Mitarbeit bei den Planungs-Beiratsmitgliedern. Dr. Wienberg erinnerte an die lange und zeitweise schwierige Planungsphase, die auch unter dem Wechsel der Landesregierung NRW gelitten habe. Wienberg betonte: „Der Planungs-Beirat war über die Jahre eine ganz wichtige Brücke zur Öffentlichkeit.“ Er fügte hinzu, so manche Nachfrage aus dem Gremium habe zur Schärfung und Konkretisierung der Planungen beigetragen. Dr. Günther Wienberg, der von Bethel aus für die Forensik zuständig ist, erinnerte daran, dass es neben der konkreten Begleitung der Planungen auch in jeder Sitzung um eine grundsätzliche Frage des Maßregelvollzugs in Referat und Diskussion gegangen sei. „Wenn man das zusammennimmt, haben wir miteinander bestimmt zwei Semester intensiv Forensik studiert“, so Wienberg.
Nach der Übergabe der Klinik in Hohenbudberg im Frühsommer erfolgt die Einrichtung und Inbetriebnahme durch die Betreiber sowie der Aufbau der Mitarbeiterschaft. Die Klinikleitung mit Dr. Bernhard Wittmann (ärztlicher Geschäftsführer), Andrea Piccenini (kaufmännische Geschäftsführerin) und Lettie Theunissen-Schuiten (Leiterin des Pflege- und pädagogischen Dienstes) hat bereits zahlreiche Bewerbungen bekommen, erste Einstellungen sind schon erfolgt. Insgesamt sind 130 Stellen zu besetzen. „Die Klinik ist in Duisburg bereits deutlich als Arbeitgeber wahrgenommen worden“, sagte Geschäftsführerin Andrea Piccenini. „Wir haben bisher rund 600 Bewerbungen aus der nahen und weiteren Umgebung bekommen, darunter fehlen uns allerdings noch qualifizierte Pflegekräfte mit Psychiatrieerfahrung“, betonte Andrea Piccenini.
Mit dem Ende des Planungs-Beirates, den die künftigen Betreiber freiwillig eingerichtet hatten, wurde gleichzeitig der gesetzlich vorgeschriebene Beirat des NTZ ins Leben gerufen. Er begleitet die Arbeit der Klinik und sorgt für eine Verbindung zur allgemeinen und zur Fachöffentlichkeit in Duisburg. In dem neuen Beirat arbeiten die meisten der Planungs-Beiratsmitglieder wieder mit, verstärkt durch einige neu hinzugekommene Bürgerinnen und Bürger.
Das NTZ Duisburg ist die erste forensische Klinik in Nordrhein-Westfalen, die von einem kirchlichen Träger betrieben wird.
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