Freitag, 13. März 2009

Kursleiterinnen Hedwig Sudbrock und Margarete Pfäfflin

EFA-Teilnehmerin Birke Lichtenberg (l.) berät epilepsiekranke Menschen in der Betheler Epilepsie-Ambulanz.
Besondere Bedürfnisse erfordern kompetente Beratung
Bielefeld-Bethel. Arbeit und Freizeit, soziale Beziehungen und Mobilität – Epilepsie wirkt sich auf nahezu alle Lebensbereiche aus. Weil die Betroffenen eine umfassende Versorgung und Behandlung brauchen, muss das pflegerische Personal auf spezielle Bedürfnisse eingehen können.
Darum hat die Bildung & Beratung Bethel jetzt eine Weiterbildung zur Epilepsie-Fachassistenz – kurz EFA – in ihr Programm aufgenommen.
„Welche Nebenwirkungen könnten die Medikamente haben? Wann ist ein EEG unbedingt erforderlich?“ – Epilepsie-Patienten haben viele Fragen zu ihrer medizinischen Versorgung. Die EFA-Teilnehmenden lernen, welche Antiepileptika es gibt, wie und wann Notfallmedikation eingesetzt wird oder wie man einen Arztbrief dem Patienten verständlich macht. Dabei entlasten die qualifizierten Pflegekräfte die Ärzte. „Weil der Durchlauf in den Kliniken deutlich höher ist als früher, muss effektiver gearbeitet werden.“ Deshalb müsse man hinterfragen: „Was sind genuin ärztliche Tätigkeiten, was kann auch die Pflege leisten?“ Die Akademisierung der Pflege werde sich angesichts des anhaltenden Ärztemangels in Deutschland fortsetzen, prognostiziert Margarete Pfäfflin. Die Psychologin aus dem Epilepsie-Zentrum Bethel in Bielefeld leitet EFA gemeinsam mit Hedwig Sudbrock von der Bildung & Beratung Bethel.
Nicht nur medizinische Fragen beschäftigen Menschen mit Epilepsie. Auch zur Bewältigung des Alltags benötigen viele Patienten einen persönlichen Ansprechpartner. Deshalb vermitteln Fachreferenten aus dem Epilepsie-Zentrum Bethel den EFA-Teilnehmern, wie Epilepsiekranke Zugang zu soziale Netzwerke und Gruppen finden, was man wissen muss, wenn ein Schwerbehindertenausweis beantragt werden soll oder wo es Informationen zum Führerschein gibt.
Die deutschlandweit einzige Weiterbildung dieser Art wurde seit 2006 in einem Projekt erprobt. Jetzt gehört sie zum regulären Kursangebot in Bethel. Sie richtet sich an Arzthelferinnen, Pflegekräfte oder medizinisch-technische Assistentinnen, die in der ambulanten und stationären Versorgung von Epilepsiekranken tätig sind. Aktuell eignen sich in Bethel 16 Teilnehmerinnen in einer Reihe von kompakten zwei- bis viertägigen Seminaren praxisnahes Wissen an. „Wir wollen den Teilnehmerinnen zeigen, wie sie den Patienten neue Handlungsmöglichkeiten erschließen können“, sagt Margarete Pfäfflin.
Eine Studie der Gesellschaft für Epilepsieforschung begleitet die EFA-Weiterbildung. Bei einer Umfrage wurden insgesamt 275 Menschen mit Epilepsie befragt. Schon jetzt zeigt sich, dass die Patientenzufriedenheit durch die Beratung fachlich geschulter Mitarbeiter stark zunimmt, wobei Patienten mit hohem Beratungsbedarf am meisten profitieren.
Die nächste Weiterbildung zur Epilepsie-Fachassistenz beginnt am 14. September. Sie erreichen Hedwig Sudbrock unter Tel.: 0521-144 4378, Fax.: 0521-144 6101 oder über Email: hedwig.sudbrock[at]bethel.de. Im Internet finden Sie Informationen zum Kursangebot unter www.bildung-beratung-bethel.de
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