Dienstag, 24. März 2009

In der Kinderklinik konnte die Röntgentechnik verbessert werden: Dr. Ulric Thiede, Stiftungsvorstand der Erich und Katharina Zinkann-Stiftung, und Dr. Karin Zinkann (re.) schauen sich das neue Gerät an. Begrüßt werden sie von Bethels Vorstandsvorsitzenden Pastor Ulrich Pohl, dem Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld Dr. Heiner Meyer zu Lösebeck, Dr. Günther Wittenberg sowie Dr. Martin Möllers (v. li.) . Foto: Reinhard Elbracht.
Kleine Patienten schonender untersuchen
Bielefeld. Im hohen Bogen ist Lukas von der Schaukel geflogen. Seine Arme kann er nicht mehr richtig bewegen. Tränen kullern über sein Gesicht. Rund 100 kleine Patienten kommen jeden Tag zur ambulanten oder stationären Behandlung in die Betheler Kinderklinik.
Knapp die Hälfte von ihnen muss geröntgt werden. Auch wenn die Untersuchung nicht schmerzt, die unsichtbare Strahlenbelastung birgt ein Risiko für die Patienten, die sich noch im Wachstum befinden. Zu ihnen gehören auch Frühgeborene, die kaum 1 000 Gramm wiegen.
Mit einem neuen Gerät, dem sogenannten Nadelkristalldetektor, kann die bisherigeStrahlendosis um bis zu 50 Prozent verringert werden. Er wurdejetzt in der Kinderradiologie des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld (EvKB) in Betrieb genommen. Wesentlich gefördert wurde die Anschaffung des innovativen Röntgengerätes durch die Erich und Katharina Zinkann-Stiftung, die dafür 120 000 Euro zur Verfügung gestellt hat.
„Bundesweit gibt es in Kinderradiologien bisher nur zwei weitere Geräte mit dieser Ausstattung. Wir sind sehr froh darüber, es zu haben. Nicht nur die Strahlenbelastung ist geringer, auch die Bilder werden viel schneller entwickelt. Das verkürzt die Untersuchungszeit“, sagtDr. Günther Wittenberg, Leiter der Instituts für Radiologie am EvKB.
Bis zu fünf Minuten dauerte es mit der alten Technik, bis ein entsprechendes Bild vorlag. War die Aufnahme nicht gelungen, musste der gesamte Vorgang wiederholt werden. Für die Kinder eine lange Zeit. Der Nadelkristalldetektor verkürzt sie wesentlich. „Außerdem können die Bilder sofort auf den Stationen am Computer abgerufen werden. Auch den niedergelassenen Kinderärzten können wir sie direkt weiterleiten, damit die Therapie so früh wie möglich beginnt“, so Dr. Günther Wittenberg.
Für Lukas heißt das: Beide Arme werden eingegipst. Um die Schaukel auf dem Pausenhof können sich vorerst andere Kinder balgen. Aber wenigstens muss er so vorerst kein Diktat mitschreiben.
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