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11.09.2017

5. Frühchen Sommerfest in der Neuen Schmiede


Befreundet seit der ersten Lebenswoche: Oscar und Amalia

Astrid Laumann, Elternverein Frühlinge OWL e.V., Franziska Noske, Kinderärztin, Birgit Rabe, Pflegerische Leitung K2, Sibylle Meintrup, Familiennachsorge Bethel, Cornelia Buchholt, Pflegerische Leitung K3, Professor Dr. Eckard Hamelmann, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Juscha Lewin, Dipl. Psychologin v. links. Foto: Mirko Menebröcker.

Rendezvous im Wärmebettchen

Bielefeld-Bethel. Nicht nur für den 13 Monate alten Oskar und seine gleichaltrige beste Freundin Amalia schien beim großen Sommerfest die Sonne. Gut 70 Familien und ihre Kinder feierten einen ausgelassenen Nachmittag in der Neuen Schmiede, zu dem die Teams der Frühchenstationen vom Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) und die Familiennachsorge Bethel einladen hatten. Unterstützt wurde das Sommerfest vom Elternverein Frühlinge OWL e.V.

Ganz verträumt spielen Oscar und Amalia auf der grünen Wiese im Garten der Neuen Schmiede. Beide sind 13 Monate alt, kennen sich fast seit ihrem ersten Lebenstag und verstehen sich bestens. „Wir haben den Heiratsvertrag schon fertig“, witzelt Biliana, Mama von Amalia, und lacht aus vollem Herzen. Franziska, Mama von Oskar, lacht mit. Gute Laune, viel Energie und zwei unkomplizierte gesunde Kinder – das Leben ist schön. Doch wie bei den vielen anderen Familien, die zum Sommerfest in die Neuen Schmiede gekommen sind, war der Start für die kleinen Erdenbürger alles andere als leicht.   

Die beiden Frauen haben sich auf der neonatologischen Station, kurz Frühchenstation, im EvKB kennengelernt. Amalia kam mit 900 Gramm zur Welt, Oscar mit 1050 Gramm. „Wir sind dann gemeinsam durch die Hochs und Tiefs gegangen, die jede erlebt, wenn ein Kind zu früh und unreif auf die Welt kommt“, erzählen die beiden Mütter, die sich gesehen und gefunden haben. „In so einer Situation lernt man schnell jede Hilfe gerade anzunehmen. Ohne die absolut liebe Pflege und Betreuung für Kind und Mutter auf der Station wäre es uns manchmal schwer gefallen daran zu glauben, dass alles gut wird. Das Team ist Gold wert. Wenn man zusätzlich noch jemanden kennenlernt, der zeitgleich dieselben Sorgen hat, ist das ein Geschenk“, erinnern sich die Frühchenmamas. Ein gewichtiger Grund, der mitverantwortlich war, dass sich der Elternverein Frühlinge OWL e.V. vor zehn Jahren gegründet hat. Hier finden Frühchen-Eltern eine kompetente Anlaufstelle. „Wir sind sehr glücklich, dass die Zusammenarbeit mit dem Verein so intensiv ist“, betont Professor Dr. Eckard Hamelmann, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im EvKB, der in seiner Begrüßungsrede gestand: „Ohne wenn und aber ist das einer meiner Lieblingstermine. Dieses Gefühl zu sehen, wie sich die Kleinen entwickelt haben, ist unbeschreiblich.“

Maxim ist mittlerweile drei Jahre alt. Er wog gerade einmal 650 Gramm als er auf die Welt kam. „Und er entwickelt sich gut. Ich glaube er wird mal Automechaniker, denn alles was mit Technik zu tun hat, fasziniert ihn“, verrät Papa Sergej.

Malou mit ihrem wilden Lockenkopf strahlt und hat viele Hummeln im Popo. „Malou ist kein Frühchen – aber sie musste schon mit sechs Monaten am Herzen operiert werden“, erzählt Friederike, die von der Familiennachsorge Bethel mit unterstützt wurde. „Wir haben zwar zu 80 Prozent Familien mit Frühchen, die wir betreuen, aber es gibt auch Säuglinge mit chronischen oder schweren Erkrankungen um die wir uns kümmern“, erzählt Sibylle Meintrup, die mit ihrem Team Familien mit ihren Kindern, die gerade aus dem Krankenhaus kommen, zu Hause unterstützt. „Drei bis sechs Monate besuchen und entlasten wir die Eltern zu Hause“, so Sibylle Meintrup, die mit Ärzten und Pflegenden der Frühgeborenenstationen das Sommerfest ins Leben gerufen hat. „Wir bieten eine Plattform für Eltern mit ihren Kindern, um sich einfach mal in einem ganz entspannten Rahmen zu treffen“.

Die Eltern tauschen sich aus, trinken Kaffee und essen ein Stück Kuchen. Kira, Luna, Felina, Nora, Sina und Nayala toben, essen Eis, malen, verstecken sich vor den Klinikclowns, toben in der Hüpfburg, juchzen, lachen. Der ganze fröhliche Trubel scheint Amalia und Oscar gar nicht zu berühren. Sie sitzen in aller Ruhe nebeneinander auf dem Rasen, denn sie verbindet eine ganz besondere Beziehung. Schließlich kennen sie sich schon aus der Zeit, als ihre Wärmebettchen nebeneinander standen.


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