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12.09.2017

Der Bethel-Professor Matthias Benad geht in den Ruhestand


Im renovierten Haus „Groß Bethel“ auf dem Bethel-Campus befand sich der Arbeitsplatz von Prof. Benad. Foto: Paul Schulz.

Ein Kirchenhistoriker durch und durch

Bielefeld/Bethel. 25 Jahre und einen Monat hat er an der Kirchlichen Hochschule Bethel - seit 2007 Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel - geforscht und gelehrt. Am 1. Oktober geht Prof. Matthias Benad in den Ruhestand. „Mir hat es immer Spaß gemacht, mich mit der Geschichte der Kirche und der Diakonie zu befassen“, bekennt Benad. Er war für zwei Institute verantwortlich: Für das 2004 gegründete Institut für Diakonie- und Sozialgeschichte (IDSG), wo sein Mandat noch bis 2019 läuft. Außerdem war er seit 2013 Direktor des Instituts für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement (IDM). Diese Funktion wird ab Oktober Beate Hofmann übernehmen, Professorin für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement.

„Geschichte ist immer konfliktreich, auch in Diakonie und Kirche“, betont der Historiker, der Theologie und Germanistik studiert hat und 1987 in Frankfurt am Main für Kirchengeschichte habilitiert wurde. Als 40jähriger wurde er auf eine Forschungsprofessur an die KiHo Bethel berufen. Sein Auftrag war, sich die Geschichte Bethels in der Zeit des Nationalsozialismus vorzunehmen. Es ging um den Vorwurf, die Anstalten hätten ihre Rolle im Zusammenhang der nationalsozialistischen Krankenmorde beschönigt. „Tatsächlich war von Bethel eine erfundene Heldengeschichte verbreitet worden“, so Prof. Benad. Die Anstaltsleitung verwies bei Nachfragen auf das 1953 erschienene Buch des Autors Kurt Pergande „Der Einsame von Bethel“. Prof Benad stellt klar: „Was Pergande geschrieben hatte, war eine irreführende Mischung aus Tatsachen und freier Erfindung.“

Im Jahr 2004 änderte sich Prof. Benads Arbeitsschwerpunkt erheblich: Die Kirchenleitungen im Rheinland und in Westfalen kündigten die Fusion der KiHos Bethel und Wuppertal an – und machten deutlich, dass nach über hundert Jahren das Ende der Pfarramtsausbildung in Bethel bevorstand. Zugleich aber nahmen länger gehegte Pläne Gestalt an, in Bethel berufsbegleitende Fortbildungsstudiengänge für diakonisches Führungspersonal zu eröffnen. Das Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement wurde gegründet. Prof. Benad war von Anfang an dabei.


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