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„Ludwig Meinardus (1827 – 1896): Komponist, Musikschriftsteller, Chorleiter“
Meinardus: Ein fast vergessener Komponist, Dirigent und Musikschriftsteller

Dieter Nolden

„Ludwig Meinardus (1827 – 1896): Komponist, Musikschriftsteller, Chorleiter“ Meinardus: Ein fast vergessener Komponist, Dirigent und Musikschriftsteller

Der Bielefelder Architekt Dieter Nolden hat jetzt im Bethel-Verlag eine Biografie über den Komponisten, Musikschriftsteller und Chorleiter Ludwig Meinardus veröffentlicht. Ludwig Meinardus (1827 – 1896), gebürtig aus Hooksiel/Ostfriesland, arbeitete in der letzten Phase seines Lebens bei Friedrich von Bodelschwingh in der Zionsgemeinde in Bethel. Im Vordergrund seiner Arbeit stand die Chorleitung, er hat den Zionschor aufgebaut. 

Meinardus war im 19. Jahrhundert sehr bekannt, geriet nach seinem Tod aber lange in Vergessenheit. In seiner Heimat Ostfriesland wurden vor einigen Jahren aber wieder Straßen nach ihm benannt, und es wurden zur Erinnerung an ihn „Meinardus-Konzerte“ veranstaltet. In Bielefeld, wo seine letzten Werke entstanden und wo er 1896 starb und begraben wurde, ist der Musiker bis in die Gegenwart fast völlig vergessen. 

Dieter Nolden beschreibt in seiner Biografie Kindheit und Jugendjahre des Musikers, berichtet über seine Jahre in Glogau und die weiteren Lebensstationen in Potsdam, Berlin, Erfurt, Dresden und Hamburg. Der Autor erinnert an die Beziehungen zu Robert Franz und Robert Schumann sowie an die 48 veröffentlichten musikalischen und zahlreichen literarischen Werke von Meinardus.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts war Ludwig Meinardus über mehrere Jahre in engem Austausch mit Franz Liszt. Aus diesem Schülerverhältnis entwickelte sich mit Unterbrechungen eine lockere Bekanntschaft. So förderte Liszt auch Meinardus’ Oratorium „Luther in Worms“, das 1892 erfolgreich in Naumburg aufgeführt wurde. Der Beziehung zwischen Meinardus und Liszt wird in der Biografie besonders Raum gegeben. 

Ebenso nehmen sein letzter Lebensabschnitt als Chorleiter in Bethel an der Zionskirche und sein Leben und Wirken in Bielefeld einen breiten Raum in der Darstellung ein. Am 10. Juli 1896 starb „Musikdirektor Ludwig Meinardus“ in Bielefeld; er wurde auf dem Johannis-Friedhof beerdigt. In Bielefeld geriet er – zu Unrecht, wie Dieter Nolden meint - bald in Vergessenheit.

Aus heutiger Sicht sind der Lebenslauf von Ludwig Meinardus, sein musikalisches und literarisches Wirken ein beispielhaftes Zeugnis für das Leben eines Musikers im 19. Jahrhundert, urteilt Dieter Nolden.

 „Ludwig Meinardus – Komponist, Musikschriftsteller, Chorleiter“ 
Dieter Nolden ist 2007; 165 Seiten; 18,60 Euro; ISBN 978-3-935972-14-7.

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