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Suppe im Begegnungszentrum

Gutes Essen für wenig Geld

 

Aylin Serin teilt die Suppe im Begegnungszentrum Bültmannshof
Aylin Serin hat gut zu tun im Begegnungszentrum Bültmannshof

Der Duft von deftiger Gulaschsuppe zieht durch das Begegnungszentrum Bültmannshof. Aylin Serin stellt einen vollen Teller vor Karl-Heinz Rehrmann auf den Tisch. Vorsichtig kostet er das heiße Gericht. „Hmm, sehr lecker, die Suppe bekommt die Note ‚Eins plus‘“, schwärmt der Senior. Die Suppe haben junge Menschen mit Behinderung im Betheler Bildungszentrum Schopf zubereitet. In der Küche lernen sie, zu kochen, zu backen und zu putzen, und im Begegnungszentrum Bültmannshof, freundlich mit fremden Menschen umzugehen.

Plötzlich wird es voll. Nachbarn mit und ohne Behinderung, Bethel-Mitarbeiter und andere Gäste haben sich zum Mittagessen eingefunden. Für die beiden jungen Frauen, die zusammen mit ihrem Ausbilder Stephen Shenton die Suppe im Betheler Begegnungszentrum austeilen, gibt es jetzt viel zu tun. Aylin Serin balanciert Teller für Teller zu den Tischen. Doch sie bleibt die Ruhe selbst. Bereits zum dritten Mal hat sie sich freiwillig für den Servicedienst einteilen lassen. „Mir macht das Bedienen Spaß. Und wenn die Leute sagen, dass es ihnen gut schmeckt, dann freue ich mich“, sagt die junge Frau.

Stephen Shenton zeigt Denise Ransey im Bildungszentrum Schopf den sicheren Umgang mit scharfen Messern.
Stephen Shenton zeigt Denise Ransey im Bildungszentrum Schopf den sicheren Umgang mit scharfen Messern.

Aylin Serin und sieben andere junge Frauen haben zwei Tage zuvor Paprikas geschnippelt, Möhren geschrappt, Pilze geputzt und Schweinefleisch gewürfelt. Dabei haben sie zum ersten Mal mit großen Messern hantiert. Das will gelernt sein. „Sie müssen den ganzen Körper beim Schneiden einsetzen“, hat Küchenchef Stephen Shenton die Teilnehmerinnen ermuntert. Zurzeit werden rund 70 junge Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen im Bildungszentrum Schopf für das Berufsleben fit gemacht.

Jeden Mittwoch bietet „Schopf“ Suppe im Begegnungszentrum Sennestadt an und jeden zweiten Donnerstag im Begegnungszentrum Bültmannshof. Vegetarische Suppen sind für 1Euro zu haben, für Suppe mit Fleisch bezahlt man 1,50 Euro. „Die Mittagessen sind so günstig, weil wir keinen Gewinn erzielen, sondern zum Selbstkostenpreis produzieren“, erklärt Stephen Shenton den Tiefpreis trotz hoher Qualität.

Die Betheler Begegnungszentren sind froh, dass sie eine warme Mahlzeit anbieten können, die wenig kostet. „Hier treffen sich alle Menschen zum Essen, bedürftige, behinderte oder auch alte alleinstehende, die nicht gerne für sich alleine kochen. Für sie ist die Suppenküche ein tolles Angebot“, sagt Jens Köhl vom Begegnungszentrum Bültmannshof. „Und wer von einem Teller Suppe nicht satt wird, der bekommt einen Nachschlag – alles im Preis inbegriffen“, so der Bethel-Mitarbeiter.

Fotos: Paul Schulz

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