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1860 bis 1880 - Die ersten Jahre

27.6.1865
Generalversammlung des Provinzialausschusses für Innere Mission im Musiksaal der Universität Bonn zum Thema "Die Fürsorge für Epileptische". Es gibt Vorträge von Regierungsmedizinalrat Dr. Eulenberg und Pastor Balke aus Rheydt. Balkes Referat trägt den Titel: "Was erfordert die christliche Fürsorge für die Epileptischen?"

2.8.1865
Auf Veranlassung des Provinzialausschusses versammeln sich in Düsseldorf diejenigen, die eine Anstaltsgründung für Menschen mit Epilepsie unterstützen wollen. Der Vorbereitungskreis fasst den Beschluss, eine kleine Anstalt für bildungsfähige epileptische Knaben zu gründen. Da die meisten bisher existierenden Anstalten im Rheinland lagen, soll die neue Anstalt in Westfalen angesiedelt werden. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort kommt man auf Bielefeld.

30.8.1865
Erste vorbereitende Versammlung in Bielefeld. Bildung eines dreiköpfigen Komitees zur Vorbereitung der Anstaltsgründung vor Ort. Dazu stoßen der Bielefelder Oberbürgermeister Huber und der Fabrikant Gottfried Bansi.

27.1.1866
Huber schließt im Auftrag des Bielefelder Komitees einen vorläufigen Vertrag über den Erwerb eines kleinen Hofes im Kantensiektal ab. Dazu gehört ein Buchenwäldchen auf dem gegenüberliegenden Berg. Der Kaufpreis beträgt 8500 Taler. Darüber hinaus erwirbt Bansi die zum Hof gehörenden Ländereien von ca. 36 Morgen Land.

20.3.1866
Versammlung des Gründungskomitees zwecks Bildung eines Verwaltungsrates, um noch mehr Menschen an der Gründung zu beteiligen. Die erste Aufgabe des neuen Gremiums ist die Wahl eines Hausvaters und eines geistlichen Leiters für die Anstalt. Als Hausvater wird der Lehrer Johannes Unsöld aus Württemberg vorgeschlagen, als geistlicher Leiter der Pfarrer Friedrich Simon.

1.5.1866
Der erste Aufruf "Zur Gründung einer Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische bei Bielefeld" wird veröffentlicht.

2.4.1867
Generalversammlung des Provinzialausschusses in Dortmund. Die Berufung von Pastor Simon  und Lehrer Unsoeld wird genehmigt.

15.5.1867
Erneuter Aufruf des Geschäftsführenden Ausschusses und des Verwaltungsrates. Im Aufruf werden Bansi als Kassierer und der Bielefelder Arztes Dr. Tiemann als Arzt der neuen Anstalt vorgestellt.

12.7.1867
Einführung von Pastor Simon als Anstaltsvorsteher.

14.10.1867
Die ersten drei epileptischen Knaben ziehen ein: Adolf Strate aus Dortmund, Gustav Moersch aus Neuwied und August Duening aus Bielefeld.

6.11.1867
Offizielle Einweihung der am 14.10. 1867 eröffneten Anstalt.

22.6.1868
Erstes Statut der Anstalt erhält die königliche Genehmigung.

31.3.1869
Gründung eines Diakonissenhauses in Bielefeld ( an der Kreuzstraße), um die Krankenpflege in Bielefeld zu verbessern. Vier Kaiserswerther Diakonissen beginnen mit der Arbeit; Vorsteherin: Emilie Heuser.

1.6.1871
Baubeginn eines neuen Anstaltsgebäudes. Das erste, Ebenezer genannte Haus war von Anfang an als Provisorium bis zum Bau eines neuen Anstaltsgebäudes gedacht. Nach Fertigstellung erhielt das neue Anstaltsgebäude den Namen Bethel, d.h. Haus Gottes. Später wurde es Groß-Bethel genannt. Zum Haus gehören ein ausgedehnter Gemüsegarten und Felder, damit die Hausbewohner mit Landarbeiten beschäftigt werden können.

Ende 1871
Friedrich Simon übernimmt die dritte Pfarrstelle an der Altstädter Gemeinde. Als Nachfolger Simons sind die Pfarrer Schlosser, Mast und v. Bodelschwingh im Gespräch. Die Wahl fällt schließlich auf Bodelschwingh.

20.11.1871
Die Berufung Friedrich v. Bodelschwinghs erfolgt in einer gemeinsamen Entscheidung mit dem Vorstand des Diakonissenhauses. Bodelschwingh wird je zur Hälfte Vorsteher der "Anstalt für Epileptische" und des Diakonissenhauses.

25.1.1872
Amtsantritt Bodelschwinghs.

5.2.1872
Beschluss den Neubau des Diakonissenhauses neben die Anstalt Bethel zu legen. Ein Neubau war nötig geworden, weil bald nach Eröffnung des Bielefelder Diakonissenhauses deutlich wurde, dass das Gebäude an der Kreuzstraße den Anforderungen nicht genügen konnte.

15.9.1872
Grundsteinlegung des Mutterhauses Sarepta. Im Haus wird auch ein Krankenhaus integriert. Richtfest des Hauses "Bethel" (Groß-Bethel).

14.10.1873
Erste weibliche Kranke, Auguste Gies aus Düsseldorf, trifft in Bethel ein.

25.11.1874
Beschluß des Verwaltungsrates die ganze Einrichtung Bethel zu nennen.

1874
Um den in Bethel betreuten Menschen mit Epilepsie weitere sinnvolle Arbeit anbieten zu können wird der erste Handwerksbetrieb, die Tischlerei eingerichtet. In den folgenden Jahren folgen weitere Betriebsgründungen. Viele dieser Betriebe existieren noch heute.

30.4.1877
In Bethel schließen sich sechs Pfleger zur Westfälischen Bruderschaft Zoar (später Nazareth) zusammen.

Um 1877
Die bisher regelmäßig durchgeführten Spendensammlungen für das Diakonissenhaus Sarepta werden durch die Gründung von Pfennigvereinen ersetzt. Bis zu zehn Personen werden in einem Verein zusammengefasst und verpflichten sich, einmal im Monat fünf bis zehn Pfennige für Bethel zu spenden. Diese Sammlung wird als "Pfennigverein für Bethel und Sarepta bei Bielefeld" bezeichnet.

20.11.1877
Für die Mitglieder der Pfennigvereine wird ein Mitteilungsblättchen herausgegeben, das unregelmäßig, jährlich oder halbjährlich erscheint.

15.9.1878
Erstmals wird der "Bethelpsalm" (126. Psalm) zur Einweihung von Siloah und Grundsteinlegung von Zoar gesungen.

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