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1880 bis 1900 - Die junge Anstalt wächst

26. 6.1881
Einsegnung der ersten acht Brüder, der ab diesem Datum Nazareth genannten Brüderanstalt. Am selben Tag wurde der Grundstein für den Bau des Brüderhauses gelegt.

Dez. 1881/Jan. 1882
Einrichtung eines Bromkali-Versandes an auswärtige Betroffene. Bodelschwingh war der Meinung, das derjenige, der "eine Heimat hat und in der Heimat Beschäftigung, ... die passenden Heilmittel wohl auch daheim gebrauchen" könne. Bromkali war damals das einzige wirksame Mittelzur Behandlung der Epilepsie. In einigen Jahren verschickte Bethel die dreifache Menge dessen was die Anstalt intern verbrauchte. Bethel sollte dann diejenigen aufnehmen, bei denen die häuslichen Verhältnisse ein Verbleiben in der Heimat nicht zuließen.

22.3.1882
Gründung der Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf als erste in Deutschland. 18 arbeitsfähige epileptische Männer bereiten in der Senne einen Hof für die Aufnahme der arbeits- und obdachlosen Männer vor. Wilhelmsdorf wird somit die Keimzelle der späteren Teilanstalt Eckardtsheim.

1882
Die Diakonissenanstalt Sarepta zählt 263 Diakonissen.

26.11.84
Einweihung der Zionskirche in Gegenwart von Prinz Albrecht von Preußen. Bethel ist bis dahin auf 21 Pflegehäuser angewachsen, darunter eine Anzahl landwirtschaftlicher Stationen.
Gründung der Betheler Sparkasse. Mitarbeiter und Förderer der Anstalten konnten hier ihr Geld zu den üblichen Sparzinsen anlegen. Diese Gelder konnten "durch Verwendung im Betrieb der Anstalt Bethel" helfen den kurzfristigen Finanzbedarf der Anstalt zu decken. Bethel sparte auf diese Weise die hohen Zinsen die für aufgenommene Kredite bei Banken zu zahlen waren.

1885
Gründung des Vereins Arbeiterheim zur Verwirklichung des Grundsatzes "eigenes Heim auf eigener Scholle" für die Arbeiterschaft.

1886
Erstes Telefon in Vater Bodelschwinghs Arbeitszimmer. Anlage einer neuen Wasserleitung. Bau einer Leichenkapelle mit Obduktionszimmer zur Erforschung der Todesursachen.

1886
Aufnahme der ersten Menschen mit psychischen Erkrankungen im Hospiz. Im selben Jahr wird das Haus Bethesda "für nervenleidende Damen der gehobenen Stände" eröffnet.

1886
In der Nähe der Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf wird auch ein Haus für Menschen mit Epilepsie eröffnet. In den folgenden Jahren werden weitere Häuser für Menschen mit Behinderungen gebaut. Nach und nach entsteht eine eigene Ortschaft.

1887
Beginn der Missionsarbeit in Daressalam (in Tansania/Ostafrika) - "Bethel-Mission".

1.6.1888
Eröffnung des Hauses "Friedrichshütte" in der Senne für Alkoholkranke. Beginn der Arbeit mit Suchtkranken.

Okt. 1888
Jünglingsverein für Kranke und Gesunde gegründet. Später "Jünglingsverein Bethel" für kranke und "Jünglingsverein Nazareth" für gesunde Männer (später CVJM). Ebenfalls entsteht ein Verein für junge Mädchen.

Herbst 1890
Flugblatt Vater Bodelschwinghs mit der Bitte um Sammlung aller möglichen Gegenstände für Bethel. Der Vorschlag zur Sammlung kam von dem Patienten "Vater Schnitger". Aus diesen Anfängen entsteht die Brockensammlung Bethel.

1.4.1892
Die evangelisch-lutherische Zionsgemeinde erhält Parochialrechte. Bethel, Sarepta, Nazareth bilden eine Anstaltsgemeinde.

22.12.1892
Pastor Johannes Kuhlo, der spätere "Posaunengeneral", wird als Vorsteher von "Nazareth" nach Bethel berufen.

1894
Erster Plan zur Gründung einer theologischen Schule liegt vor. Die Mitteilungen für die Mitglieder der Pfennigvereine werden durch den viermal im Jahr erscheinenden "Bote von Bethel" ersetzt.

1894
Sarepta baut das Isolierkrankenhaus „Rotes Kreuz“

1.10.1895
Kaufhaus "Ophir" eröffnet.

1895
Elektrisches Licht in der Anstalt und einige Gaslaternen (brannten nicht bei Mondschein). Drei Mark Strafe zugunsten der Mission wegen drei brennender Lampen in einem Speisesaal, in welchem nur drei Personen saßen.

1896
Sarepta eröffnet das chirurgische Krankenhaus „Gibeon“

1897
Erste gemeinsame Sitzung der Verwaltungsräte der Anstalten Bethel, Sarepta, Nazareth. Von da an gibt es gemeinsame Verwaltungsberichte. Die Betheler Häusern bieten in diesem Jahr Platz für 1522 Personen. Für Sarepta arbeiten 501 eingesegnete Diakonissen, 168 Hilfsschwestern und 101 Probeschwestern in 257 verschiedenen Stationen. Nazareth hat zu diesem Zeitpunkt 261 Brüder, die in 100 verschiedenen Stationen tätig sind.

18.6.1897
Besuch des Kaiserpaares in Bethel. Im Zionswald versammeln sich 2000 Bläser, 10.000 Sänger, insgesamt kamen 30.000 Menschen.

24.11.1899
Einweihung der Arbeiterkolonie Freistatt im Wietingsmoor in der Provinz Hannover (heute Niedersachsen) und des Erziehungshauses "Moorstatt" zur Fürsorgeerziehung Jugendlicher. Die Kolonie ist als Zweigstelle von Wilhelmsdorf gedacht.

1899
Die Ortschaft in der Senne erhält den Namen Eckardtsheim.

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