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Fachtagung "MITWIRKEN verändert" in Bethel

„MITWIRKEN verändert“ war das Motto der zweitägigen Fachtagung, die jetzt in Bethel stattfand. Etwa 250 Menschen waren der Einladung des Vorstandes der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gefolgt. Neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen Betheler Arbeitsfeldern deutschlandweit nahmen auch viele Menschen mit Behinderungen teil.

„Die Menschen, um die es eigentlich geht, sollen in möglichst vielen Bereichen mitbestimmen“, sagte Prof. Dr. Günther Wienberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel – ganz nach dem Grundsatz der UN-Behindertenrechtskonvention „Nicht ohne uns über uns “. Die Fachtagung habe das Ziel gemeinsam zu überprüfen, wo mehr Möglichkeiten zur Mitwirkung liegen, so Prof. Wienberg. „Und gerade wir in Bethel sollten mehr Möglichkeiten anbieten als das Gesetz fordert“, fügte er hinzu.

Fachtagung "Mitwirken verändert"
Fachtagung "Mitwirken verändert"
Fachtagung "Mitwirken verändert"
Fachtagung "Mitwirken verändert"
Fachtagung "Mitwirken verändert"
Fachtagung "Mitwirken verändert"

„Es reicht aber nicht, wenn es im Gesetz steht, sondern wir müssen es auch machen“, forderte Alexander Haupt, Mitglied im proWerk-Werkstattrat, von den Tagungsgästen. Die Fachtagung sei eine Chance, gemeinsam ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren. Allerdings ginge es nicht nur darum, dass Menschen mit Behinderungen gehört würden, sondern auch um ihr Recht, Einspruch zu erheben – und so nicht nur mitzuwirken, sondern auch mitzubestimmen.

Die verschiedenen Stufen des Mitwirkens waren auch Thema weiterer Vorträge. Auf anschauliche Weise erklärten Nikola Puls-Heckersdorf und Diakon Heinz-Jürgen Uffmann von Bildung und Beratung Bethel gemeinsam mit dem Leiter der Theaterwerkstatt Bethel, Matthias Gräßlin, dass „dabei zu sein“ noch nicht Mitwirken bedeute. Während Dr. Katrin Grüber, Leiterin des Instituts Mensch, Ethik und Wissenschaft in Berlin, erläuterte, welche Schritte für mehr Beteiligung getan werden und welche Regeln dabei beachtet werden müssten.

Fachtagung "Mitwirken verändert"
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Die Fachtagung hielt neben Referaten auch Workshops bereit, in denen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Beispiele aus verschiedenen Arbeitsbereichen vorgestellt wurden. Diese machten deutlich, welchen Einfluss das Mitwirken auf das eigene Leben, das Umfeld, aber auch auf die Politik haben könne.

In kleinen Arbeitsgruppen gab es Gelegenheit, darüber zu diskutieren und gemeinsam Anregungen zu erarbeiten. Aus den Lebensbereichen „Wohnen“, „Arbeit und Beschäftigung“, „Schule und Ausbildung“, "Freizeit und Bildung", „Freundschaft, Beziehung und Familie“, „Gesundheit und Behandlung“, „Nachbarschaft“ und „Interessenvertretungen“ formulierten die Tagungsgäste konkrete Forderungen, zu denen Mitglieder des Vorstands und der Geschäftsführung Stellung bezogen.

Für einige Forderungen gab es sogar schon Lösungsvorschläge, etwa für den Wunsch nach Sozialwohnungen. So sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren neue Wohnungen geschaffen werden, versicherte Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

Fachtagung "Mitwirken verändert"
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Auch beim Stichwort digitale Teilhabe gebe es Entwicklungen. „Heute geht es nicht mehr ohne digitale Medien und es kann nicht sein, dass einer großen Gruppe dieser Zugang verwehrt bleibt“, stimmte Bethel.regional-Geschäftsführer Michael Conty der Forderung zu. Ein Schritt in die richtige Richtung sei die Gründung der beiden PIKSL-Labore in Düsseldorf und Bielefeld. „Wir arbeiten auch an Lösungen, um in Wohnheimen Internetzugang zu ermöglichen“, ergänzte Prof. Wienberg.

Nicht für alle Vorschläge hatten die Leitenden auf Anhieb Lösungen parat. Manche Anregungen bedürfen weiterer Gespräche, etwa über die Gründung von Interessenvertretungen oder Ausbildungsbeiräten, für die der Vorstand sich offen zeigte. „Jeder Forderung wird nachgegangen“, versprach Prof. Günther Wienberg.

Manche Forderungen seien jedoch eher auf politischer Ebene zu klären, wie der Wunsch nach mehr Mobilität im ländlichen Raum. Daher bestärkten die Vorstandsmitglieder und die Geschäftsführer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich weiter zu engagieren. Dazu solle die Fachtagung Mut machen, resümierte Moderator Diakon Wolfgang Roos-Pfeiffer. 

Fotos: Reinhard Elbracht

© 2017 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel