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Japan-Tag in Bethel

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Am 14. September feiert Bethel den „Japan-Tag“. Damit wird erinnert an den Besuch des japanischen Kaiserpaars vor genau 25 Jahren. Während eines offiziellen Staatsbesuchs in Deutschland kamen Tenno Akihito und seine Frau Michiko mit dem Hubschrauber aus Düsseldorf nach Bethel. Der Besuch erfolgte auf persönlichen Wunsch der Kaiserin, die sich in Japan schon lange für die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen einsetzte. Die Kaiserin hatte während ihres Studiums von Bethel gehört, und so war es ihr ein lang gehegter Herzenswunsch, einmal die Ortschaft in Bielefeld zu besuchen.

Und noch ein zweites Jubiläum verbindet Bethel und Japan dieser Tage besonders: Der japanische Garten in der Ortschaft Bethel, angelegt mit Unterstützung der Deutsch-Japanischen Gesellschaften sowie von einem japanischen Förderkreis, wird im September 15 Jahre alt.

Post aus Bethel

Die guten Kontakte zwischen Bethel und Japan reichen weit zurück: Frühstes Zeugnis ist eine Postkarte, die Kosuke Tomeoka 1903 seiner Frau aus Bethel schickte. Er beschreibt die noch junge Einrichtung - Bethel wurde 1867 in Bielefeld gegründet - als beeindruckendste wohltätige Institution, die er je besucht habe. Kosuke Tomeoka hat sich in Japan als Gründer einer bekannten Erziehungseinrichtung für jugendliche Straftäter einen Namen gemacht.

Raum für Zwischenmenschliches


Ein Höhepunkt der Beziehungen zwischen Bethel und Japan war der Besuch des japanischen Kaiserpaares. Am 14. September 1993 begegneten Kaiser Akihito und seine Frau Michiko in der Ortschaft Bethel jungen und alten Menschen mit Behinderungen. Dabei kam es in den Betheler Werkstätten immer wieder zu sehr persönliche Begegnungen – trotz des straffen Protokolls erhielt Zwischenmenschliches viel Raum. Der langjährige Bethel-Freund und damalige NRW-Ministerpräsident Johannes Rau begleitete das japanische Kaiserpaar auf seiner Reise durch Nordrhein-Westfalen.

Japanische Gartenbaukunst am Teutoburger Wald


Seit 2003 gibt es einen japanischen Garten in Bethel, der mit tatkräftiger Unterstützung der Deutsch-Japanischen Gesellschaften angelegt werden konnte. An der Entstehung des Landschaftsgartens waren die Gärtnerei Bethel sowie junge Menschen mit Epilepsie des Betheler Berufsbildungswerkes maßgeblich beteiligt. Das 280 000 Euro teure Projekt ist dem japanischen Kaiserpaar gewidmet, das am Eröffnungstag über ihren Generalkonsul Dr. Takahiro Shinyo seine Freude über die Vollendung des deutsch-japanischen Projekts mitteilen ließ.

Da der Japanische Garten am Betheler Ausbildungshotel Lindenhof gewissenhafte und fachkundige Pflege benötigt, reiste Landschaftsarchitekt Koji Ikeda aus Japan an. Der Gartenbau-Experte wies Mitarbeitende und Auszubildende des Berufsbildungswerks Bethel, darunter Steve Malotki (r.), in die richtige Pflege des Gartens ein.

Kunstwerke überbringen "Grüße aus Bethel"


Am 6. März 2006 wurde nicht nur in der Ortschaft Bethel des prägenden Anstaltsleiters Friedrich von Bodelschwinghs gedacht. Auch in Japan fand anlässlich seines 175. Geburtstags eine ganz besondere Veranstaltung statt: In Tokio wurde eine Ausstellung eröffnet, die dem japanischen Publikum Werke aus dem Betheler Künstlerhaus Lydda vorstellte. Sogar Kaiserin Michiko besuchte die Vernissage.

Die Bilderschau trug den Titel „Grüße aus Bethel“ und umfasste 51 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von Künstlern mit Behinderungen aus Bethel. Nach der feierlichen Eröffnung in der japanischen Hauptstadt war die Bilderschau unter anderem in den Räumen des Fernsehsenders NHK zu sehen, im Goethe-Institut in Kioto sowie in einem Kunstmuseum in Niimi. Das Epilepsie-Zentrum in Shizouka, mit dem die Betheler Kliniken seit langem einen angeregten Austausch pflegen, unterstützte das Projekt.

Vom Fuji an den Rhein

Im Anschluss an ihre Japan-Reise war die Kunstausstellung „Grüße aus Bethel“ in Düsseldorf zu sehen. Das „EKO-Haus“, ein japanisches Kulturzentrum, zeigte 47 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von behinderten Künstlern aus Haus Lydda. Mit der Ausstellung im „EKO-Haus der Japanischen Kultur“ knüpft die Betheler Bilderschau an eine Wanderausstellung im vergangenen Jahr an: Da wurden die „Grüße aus Bethel“ an sieben Standorten in Japan gezeigt. Insgesamt sahen 12 000 Menschen die Kunstwerke.

Deutsche Botschaft in Tokio zeigt Bethel-Bilder

Eine weitere Kunstausstellung aus Bethel wurde 2017 in Japan eröffnet. Aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums war die Ausstellung in der Residenz der deutschen Botschaft in Tokio zu sehen. Gezeigt wurden Informationen und Bilder zur Geschichte und den Arbeitsfeldern Bethels, ergänzt um einige Werke, die von Menschen mit Behinderungen gemalt wurden. Erneut kam die japanische Kaiserin Michiko zur Vernissage.

Beim Empfang in der deutschen Botschaft begrüßte die Kaiserin auch die Delegation aus Bethel mit der Verwaltungsratsvorsitzenden Dr. Ingeborg von Schubert, Verwaltungsratsmitglied Christina Rau und Bethels Vorstandsvorsitzendem Pastor Ulrich Pohl. Nach der deutschen Botschaft in Tokio wurde die Ausstellung in neun weiteren japanischen Städten gezeigt.

Bethel und Shizouka

Seit vielen Jahren besteht ein guter Kontakt zwischen den Epilepsiezentren Shizouka und Bethel. Im Februar 2018 war wieder eine japanische Delegation in Bielefeld. Elf Expertinnen und Experten des Epilepsie-Instituts der Stadt Shizuoka waren 9000 Kilometer weit gereist, um an einer Schulung teilzunehmen. Die multiprofessionelle Gruppe um Prof. Dr. Yushi Inoue, Leiter des Epilepsie-Zentrums in Shizouka, tauschte sich unter anderem mit Bethel-Chefarzt Professor Dr. Christian Bien aus.

Der damalige Bethel-Vorstand Dr. Rolf Engels reiste 2006 nach Shizouka. Hier traf er auch den Gründer des Epilepsie-Zentrums. Prof. Shoichi Seino war bereits Anfang der Siebzigerjahre zu Gast in Bethel und informierte sich über das hiesige Angebot für Menschen mit Epilepsie. Unweit vom Berg Fuji entfernt baute er ab 1975 eine kleine Klinik vor den Toren der Stadt zum größten Epilepsie-Zentrum Japans aus.

Farbenfroher Dialog

In der Ausstellung „Osmose“ präsentiert das Künstlerhaus Lydda in Bielefeld 2014 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen von 38 Künstlern aus Bielefeld-Bethel, Moskau, Istanbul und Osaka. Extra angereist aus Japan war Yu Yamasaki, der besonders farbstarke Kunstwerke beisteuerte.

Meisterkoch in der BBW-Lehrküche

Den Geheimnissen der japanischen Küche auf der Spur: Unter fachkundiger Anleitung von Meisterkoch Hideki Matsumoto (r.), der bereits zusammen mit Fernsehkoch Johann Lafer gekocht hat, lernten Auszubildende des Berufsbildungswerks Bethel die Welt von Mirin, Matcha-Tee und Sojasauce kennen.

Gemeinsam mit rund 30 kochinteressierten Bielefeldern zauberten angehende Beiköche und Hauswirtschafterinnen ein dreigängiges Menü. Bevor es in der BBW-Lehrküche zur Sache ging, erfuhren die Teilnehmenden allerhand über die Kunst des dekorativen Anrichtens, die Geschichte des Reises und die Grundlagen gesunder Ernährung.

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