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Die Anfänge (1867-1910)

Bromsalze

Mit der Aufnahme von drei epilepsiekranken Jungen am 14. Oktober 1867 begann die Arbeit in Bethel. Damals glaubte man noch, die Patienten in wenigen Monaten heilen zu können – ein Irrtum. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden zwar Bromsalze zur medikamentösen Behandlung von epilepsiekranken Menschen eingeführt. Doch das neue „Wundermittel“ brachte erhebliche Nebenwirkungen mit sich. Durch die hohe Dosierung waren die Betroffenen so ruhiggestellt, dass sie ein Leben außerhalb der Anstalt nicht führen konnten. Viele suchten bald nach der Entlassung erneut Hilfe in Bethel.  

Handwerksbetrieb Schuhmacherei
Ab 1878 arbeiteten Menschen in der anstaltseigenen Schusterei

Das ursprüngliche Konzept, Menschen mit Epilepsie in einer "Heilanstalt" zu behandeln und nach ihrer Genesung zu entlassen, konnte mit den beschränkten medizinischen Möglichkeiten nicht verwirklicht werden. Der damalige Leiter Friedrich von Bodelschwingh, seit 1872 in Bethel, entschied daher, die Anstalt als Kolonie in Bielefeld auszuweiten: Häuser wurden gebaut und Handwerksbetriebe entstanden, Schulen und Kirchen kamen dazu. Die Einrichtung entwickelte sich zu einer Ortschaft, in der die Bewohner ihr ganzes Leben verbringen konnten. In den Betrieben fanden die Menschen mit Epilepsie sinnvolle Arbeit, die eine pädagogische und therapeutische Funktion erfüllte.

Dass das Konzept erfolgreich war, zeigt die ständig steigende Zahl der in Bethel betreuten Personen mit Epilepsie, die von 24 im ersten Jahr des Bestehens auf 2294 im Jahre 1910, dem Todesjahr Bodelschwinghs, anstieg.

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