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Krampfanfall im EEG

Pionierarbeit (1970-1990)

Mitarbeiterin Biochemisches Labor

In den 1970er wurde die Forschung in der klinischen Pharmakologie immer wichtiger. Für jedes neue Medikament musste eine neue Bestimmungsmethode entwickelt werden, um die chemischen Substanzen erfassen zu können. Auch bei den schon etablierten Medikamenten ging es darum, sie weiter zu verbessern. Das Betheler Labor war das erste, wo der Einsatz des Medikaments Lamotrigin in der Schwangerschaft untersucht wurde. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dieser Analyse kamen der weltweit vernetzten Epilepsieforschung zugute. Seit 1975 wurden alle Ergebnisse gespeichert, sodass auch Rückschlüsse auf späte Nebenwirkungen oder langfristige Veränderungen in der Wirksamkeit von Medikamenten möglich war.

Eine rasante Entwicklung haben auch die bildgebenden Diagnoseverfahren gemacht. Mara gehörte zu den ersten Kliniken, in denen Krampfanfälle auf Videofilm dokumentiert wurden.  

Operation

Die erste Epilepsiechirurgie Deutschlands wurde in Bethel eingeführt. Viel Überzeugungsarbeit und heftige Diskussionen waren dem vorausgegangen. Es galt damals als hoch bedenklich, im Gehirn, dem Sitz der Seele, „herumzuschneiden“. Zwar gab es in Bethel bereits eine Neurochirurgie, die krankes Gewebe wie Tumore aus dem Gehirn entfernte, doch waren damals viele Kritiker der Auffassung, dass bei der Epilepsiechirurgie gesunde Areale herausgeschnitten würden. Sie mussten erst überzeugt werden, dass ein Epilepsieherd im Gehirn auch als pathologisch zu beurteilen ist, damit im Januar 1991 die Epilepsiechirurgie ihre Arbeit aufnehmen konnte.

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