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12.05.2017

Jubiläums-Fachtag im KEH


Luden ein zu Information und Diskussion: (v.l.) Dr. Uwe Kaminsky, Dr. Herbert G. Loos, Jeanette Pella, Geschäftsführerin „lebenlernen“, Professor Dr. Günther Wienberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender Bethels, und Pastor Johannes Feldmann, ebenfalls Bethel-Vorstand und KEH-Geschäftsführer.

"Entscheidungen den Betroffenen selbst überlassen", fordert Dr. Karin Grüber. Fotos: Burg

Gesundheitsversorgung und Behinderung

Um die medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderungen in Vergangenheit und Gegenwart ging es Anfang Mai im Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin. „Mensch – Behinderung –Medizin“ lautete der Titel eines Fachtags, der im Rahmen des 150-jährigen Bethel-Jubiläums abgehalten wurde.

Zu wenige barrierefreie Arztpraxen, vor allem auf dem Land, kaum Informationen in leichter Sprache und Mitarbeitende in Praxen oder Krankenhäusern, die dringend Weiterbildungen benötigen – kritisch kommentierte Professor Dr. Günther Wienberg, Bethels stellvertretender Vorstandsvorsitzender, die aktuelle Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderungen. Daher seien Kompetenzzentren wie das Berliner KEH und das Krankenhaus Mara in Bethel unabdingbare „Hardware“ der Versorgung, deren Arbeit auch nicht im Widerspruch zum Leitgedanken der Inklusion stehe.

Zu einem Parforce-Ritt durch die Geschichte der Versorgung von Menschen mit Behinderungen – von der französischen Revolution bis in die Jetzt-Zeit – lud der Historiker Dr. Uwe Kaminsky das Auditorium im großen Festsaal des Berliner Krankenhauses ein. Dr. Herbert G. Loos brachte den rund 200 Zuhörern die KEH-Entwicklung des 20. Jahrhunderts nahe. So beleuchtete der ehemalige Chefarzt der KEH-Psychiatrie unter anderem Geschehnisse in der NS-Zeit, zu denen auch pathologische Untersuchungen an Gehirnen von Opfern der nationalsozialistischen Patientenmorde zählten.

Dr. Karin Grüber, Leiterin des gemeinnützigen Instituts „Mensch Ethik Wissenschaft“, befasste sich mit ethischen Fragestellungen. Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf müssen zunächst in die Lage versetzt werden, medizinische Entscheidungen selbst zu treffen, forderte die Ethik-Expertin. Betreuer und Angehörige sollen Wahlmöglichkeiten aufzeigen, die Entscheidungen aber den Betroffenen selbst überlassen.


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