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21.09.2011

10 Jahre Haus Neustraße in Gevelsberg


Wer eine genetische Disposition für Schizophrenie habe und regelmäßig die Droge Cannabis konsumiere, müsse mit dem Ausbruch der Krankheit rechnen, betonte Privatdozent Dr. Ralf Demmel auf dem Fachtag zum zehnjährigen Jubiläum von Haus Neustraße in Gevelsberg. Am 20. September hielt der suchttherapeutischer Leiter des Heimathofs von Bethel.regional. vor rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Volkhochschule in Gevelsberg einen Fachvortrag zum Thema „Schizophrenie – Macht Cannabis alles noch viel schlimmer?".  

Deutsche und internationale Studien bewiesen die Gefährlichkeit von Cannabis für Menschen mit einer genetischen Anlage für Schizophrenie, so Dr. Demmel. „Cannabis macht alles schlimmer. Je früher mit dem Konsum begonnen wird, desto eher beginnt die Krankheit und desto schlechter ist die Prognose.“ Die Droge Cannabis wird vor allem von jungen Männern konsumiert.  

In einem zweiten Fachvortrag nahm Prof. Dr. Gerhard Trabert von der Hochschule RheinMain in Wiesbaden die „Zwangsehe" von Psychiatrie und Wohnungslosenhilfe kritisch unter die Lupe. „Ist das psychisch auffällige Verhalten wohnungsloser Menschen ein Problem des Patienten oder nicht etwa der Institution?", gab er zu Bedenken. Er warnte vor der Pathologisierung  von Wohnungslosen. „Wenn die Grundlagen des Handels der Professionellen auf Wertschätzung der Menschen und Akzeptanz der Andersartigkeit basieren, kann aus dem schwierigen Verhältnis von Psychiatrie und Wohnungslosenhilfe eine Liebesheirat werden", sagte der Arzt und Sozialarbeiter.  

Haus Neustraße ist eine Wohn- und Betreuungseinrichtung von Bethel.regional in Gevelsberg mit 27 Plätzen für chronisch psychisch kranke Menschen. Ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner hat zusätzlich eine Suchterkrankung.

 


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