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03.08.2017

10 Jahre Hospizarbeit im Ev. Klinikum Bethel


Seit zehn Jahren ist Marion Bögeholz als Hospizkoordinatorin im EvKB tätig.

Koordination und Austausch sind wichtig: Marion Bögeholz (v.l.) mit den ehrenamtlichen Sterbebegleitern Lutz Drink und Karin Niekamp und Krankenpfleger Christian Gärtner. Fotos: Paul Schulz

Ehrenamtliche Sterbebegleitung im Krankenhaus

Die meisten Menschen möchten am Lebensende zu Hause betreut werden. Die Vorstellung, im Krankenhaus zu sterben, macht vielen Angst. Um die Begleitung und Betreuung Schwerstkranker und Sterbender über die medizinische Versorgung hinaus zu verbessern, wurde im August 2007 die Stelle der Hospizkoordinatorin im Ev. Klinikum Bethel (EvKB) am Standort Bethel eingerichtet. Seit zehn Jahren organisiert Marion Bögeholz die Sterbebegleitung in den Häusern Gilead und Mara und seit 2009 auch im Kinderzentrum Bethel. Die Hospizkoordination ist eine Schnittstelle zwischen dem Krankenhaus und den ehrenamtlichen Begleitern des Hospizvereins e.V., Bethel.

Die Sterbebegleitung kann ganz unterschiedlich gestalten werden: Vom Vorlesen über Gespräche bis hin zu Handmassagen. „Es geht vor allem darum zu signalisieren, ich bin hier und habe Zeit“, berichtet Marion Bögeholz. Manchmal helfe auch die „Distanz“ zu einem Außenstehenden, bestimmte Themen anzusprechen. „Zum Beispiel kann es leichter fallen die eigene Beerdigung mit einem Ehrenamtlichen als mit dem eigenen Partner zu planen“, so die Hospizkoordinatorin. Oft seien es nicht nur die schwerkranken Menschen, die Unterstützung von den Sterbebegleiterinnen und –begleitern benötigten, sondern auch die Angehörigen. „Einen großen Teil macht auch die Trauerbegleitung nach dem Tod aus“, erklärt sie.

Das Wichtigste sei, dass der Begleiter zum Patienten passt. Das zu beurteilen ist Aufgabe von Marion Bögeholz. „Sobald mich die Station, der Patient oder ein Angehöriger über den Wunsch nach einer Begleitung informiert, suche ich nach einem geeigneten Ehrenamtlichen.“ Die freiwilligen Sterbebegleiter kennt sie aus den Ausbildungskursen des Betheler Hospizvereins, die sie mitgestaltet. Besonders positiv sieht sie die Mischung. „Viele der Freiwilligen sind im Ruhestand, aber es engagieren sich auch jüngere Menschen“, sagt die Hospizkoordinatorin. Zunehmend interessierten sich auch Männer für dieses Ehrenamt.

Die Stelle der Hospizkoordinatorin wurde auf Initiative des Ethikkomitees im EvKB in Kooperation mit dem Hospizverein aufgebaut. Mit Marion Bögeholz konnte 2007 die Stelle optimal besetzt werden: Die examinierte Krankenschwester brachte Erfahrungen unter anderem von der Intensivstation, aus dem ambulanten Pflegedienst und aus dem stationären Betheler Hospiz „Haus Zuversicht“ mit. Dr. Klaus Kobert, leitender Klinischer Ethiker im EvKB, freut sich über die gute Zusammenarbeit mit Marion Bögeholz. „Sie hat in den vergangenen Jahren viel selbstständig aufgebaut“, blickt er zurück. Das Angebot sei mittlerweile gut integriert und bekannt. „Mit der Hospizarbeit im Krankenhaus sind wir ein absoluter Vorreiter“, betont Dr. Klaus Kobert. Als evangelisches Haus sieht er das EvKB besonders in der Pflicht, den Menschen im Blick zu behalten. „Das zeichnet Bethel schließlich aus“.


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