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21.05.2021

50 Jahre Werkstatt Spielkiste


Jörg Biljes und Suzanne Muschner bearbeiten ein Stück Holz an der Dekupiersäge.

Diakon Dieter Thane (2. v. r.) gründete die Spielkiste 1971 und leitete sie 35 Jahre lang. Das Foto aus den 1990er-Jahren wurde in den heutigen Räumen des Ladens Mobile aufgenommen.

Im Laden Mobile zeigt Thomas Ottovordemgenschenfelde einige der Artikel, die in der Spielkiste hergestellt werden.

Handarbeit und Kreativität machen den Unterschied

Aussägen, Schleifen, Bemalen oder Nähen – die Arbeit in der Spielkiste sei für sie genau das Richtige, sagt Suzanne Muschner. „Ich mag die Arbeit in der Spielkiste, weil sie so abwechslungsreich ist“, so die 53-Jährige. Sie ist eine von derzeit 22 Beschäftigten der Werkstatt in Bielefeld-Bethel. Das Angebot für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen besteht seit 50 Jahren.

„In erster Linie geht es auch in der Spielkiste um die Teilhabe der Beschäftigten am Arbeitsleben“, erklärt Abteilungsleiter Thomas Ottovordemgenschenfelde. Das Besondere sei aber die kreative Freiheit, die jeder bei der Arbeit in der Werkstatt habe. In der Spielkiste liege der Fokus auf Tätigkeiten im Holz- und Textilbereich, die Produkte würden individuell nach Bedarf und üblicherweise nur in kleinen Stückzahlen gefertigt. Zum Sortiment gehören Dekorationsartikel, Spielzeug und Textilien. Die Ideen für die Entwürfe entstünden häufig vor Ort, so der Abteilungsleiter.

Was in der Spielkiste hergestellt wird, wechselt im benachbarten Laden Mobile den Besitzer. Seit 1994 gehört das kleine Geschäft zum Konzept der Werkstatt. „Die Leute freuen sich ungemein, wenn sie sehen, dass das, was sie gefertigt haben, später von anderen gekauft wird“, sagt Jörg Biljes, Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung. Immer wieder beobachte er, dass der Verkauf eine zusätzliche Motivation für die Menschen bei der Herstellung sei.

Der ehemalige Werkstattleiter und Gründer der Spielkiste, Diakon Dieter Thane, erinnert sich noch gut an die Anfangszeit 1971: „Es war eine Zeit des Umbruchs.“ Das Verhältnis zu Klientinnen und Klienten habe sich damals grundlegend verändert. „Es wurde zum ersten Mal versucht, sich nicht auf die Defizite zu konzentrieren, sondern die individuellen Fähigkeiten der Menschen in den Vordergrund zu stellen.“ Diese Auffassung sei nicht nur für den internen Betrieb der Spielkiste maßgebend gewesen: „Ziel war es immer auch, Artikel herzustellen, die gut verkäuflich sind. So wollten wir auch nach außen zeigen, dass Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen trotz mancher Einschränkung viele Begabungen mitbringen.“

Auf mehrere Tausend Artikel schätzt Thomas Ottovordemgenschenfelde heute das Sortiment im Laden Mobile. Sie alle wurden von Menschen mit Behinderungen gefertigt. Neben den Artikeln aus der Spielkiste werden hier auch Produkte aus anderen Betheler Werkstätten angeboten. Zuversichtlich blickt der Abteilungsleiter in die Zukunft – sowohl was die Werkstatt Spielkiste als auch den Laden Mobile betrifft. Nach wie vor seien die handwerklich hergestellten Produkte sehr gefragt. 


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