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26.11.2019

6. Fachtagung: Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen


Moderator Lars Ruppel (v.l.), Lars Kozian, Prof. Dr. Johanna Kißler, Bethel.regional-Geschäftsführer Mark Weigand, Manuel Fischedick und Jana Harich von der Stiftung Pfennigparade, Bethel.regional-Referentin Sandra Waters und Bethel-Vorstand Prof. Dr. Ingmar Steinhart freuten sich über den großen Zulauf bei der Tagung.

Das Forscherteam der Universität Bielefeld präsentierte auf dem Markt der Möglichkeiten den "NeuroCommTrainer".

"Kommunikation braucht keine Worte" – Jochen Hübscher erklärte das Prinzip der Basalen Stimulation.

Rund 260 Menschen nahmen an der Fachtagung teil. Fotos: Paul Schulz

"Kommunikation ist bunt"

„Kommunikation ist bunt“- war das Thema der 6. Fachtagung des Arbeitsfeldes Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen (MeH) vergangene Woche in der Neuen Schmiede in Bielefeld-Bethel. Es sei ein menschliches Grundbedürfnis, sich anderen mitzuteilen, erklärte Manuel Fischedick von der Stiftung Pfennigparade, einem Rehabilitationszentrum aus München. Er nahm das Publikum mit auf eine Reise in die Geschichte der Kommunikation – angefangen mit Trommeln und Rauchzeichen bis hin zu heutigen sozialen Netzwerken. „Kommunikation ist die Brücke für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, betonte er. Die Aufgabe der Fachleute sei es deshalb, Kommunikation für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen zu ermöglichen.

Wie kann Kommunikation bei schwersthirngeschädigten Menschen gelingen? Können dafür Fähigkeiten auf neuronaler Ebene genutzt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich aktuell ein Forscherteam der Universität Bielefeld. Im Projekt „NeuroCommTrainer“ entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein System, das Gehirnsignale über EEG verstehen und so Kommunikation vermitteln soll. Die Erprobung der Technologie findet im Haus Elim in Bielefeld-Eckardtsheim statt. Die wissenschaftliche Leiterin Prof. Dr. Johanna Kißler und Elim-Leiter Lars Kozian informierten bei der Fachtagung über das Kooperationsprojekt.

Über bewusste Berührungen, auditive Signale und vibratorische Anregungen tritt Jochen Hübscher mit Menschen in Kontakt. Der Pflegeexperte stellte das Konzept der Basalen Stimulation vor. „Kommunikation braucht keine Worte“, ist er überzeugt. Auch Vitalzeichen seien als Kommunikationsstrategien zu interpretieren. Deshalb sei es so wichtig, auf Atmung, Muskelspannungen, Pulsveränderungen oder Blutdruck zu achten. Das Ziel der Basalen Stimulation sei es, eine Beziehung aufzubauen, mit der man den Menschen ermuntert, sich seiner Umwelt zu öffnen.

In Workshops hatten die rund 260 Besucherinnen und Besucher der Fachtagung die Gelegenheit, Einblicke in verschiedene Themenfelder zu bekommen – von Mensch-Computer-Interaktionen über tiergestützte Kommunikation bis hin zu Musik- und Kunsttherapie. Praktische Impulse bekamen die Fachleute, Angehörigen und Betroffenen, die aus ganz Deutschland angereist waren, außerdem auf dem „Markt der Möglichkeiten“.


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