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09.03.2015

Aktion zum Weltfrauentag


Schönheit ist mehr als Oberfläche. Silke Meier-Arndt (Alcina Café) die Patientinnen im Tumorzentrum Sabine Biermann und Ursula Storck, Robert Schwarz, pflegerische Leitung des Tumorzentrums, Priv.-Doz. Dr. Dominique Finas, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und Professor Dr. Florian Weißinger, Leiter des Tumorzentrums.

Sabine Biermann lässt sich von Silke Meier-Arndt Tricks zeigen, um zum Beispiel die Augenbrauen nachzuziehen. Fotos: EvKB

Schönheit trotz(t) Chemo

Das Tumorzentrum im Ev. Krankenhaus Bielefeld (EvKB) und Alcina (Dr. Kurt Wolff)  unterstützen krebserkrankte Frauen dabei, ihre schönen Seiten wieder zu entdecken. Denn eine aktuelle Studie belegt: Wer sich als Krebspatientin um sein Wohlbefinden kümmert, hat nicht nur eine gutes Gefühl sondern auch  eine bessere Prognose.

„Ich hatte in meinem Job als mobile Friseurin mit Frauen zu tun, denen ich wegen ihrer Chemotherapien die Haare raspelkurz geschnitten habe, aber als ich es bei mir selbst machen musste, war das ein sehr befremdliches Gefühl“, erzählt Sabine Biermann. Die 48-Jährige bekam im Oktober 2014  die Diagnose Brustkrebs. Eine Lymphknoten-Operation und sechs von acht Chemositzungen vor der brusterhaltenden Operation musste sie bisher durchstehen.

„Als ich so langsam die Haare verloren und mich im Spiegel angeschaut habe, wünschte ich mir natürlich mein altes Gesicht zurück. Aber das geht halt nicht und deswegen habe ich mir gesagt, auch wenn ich zu Hause bin, muss ich mich besonders pflegen und auch schminken.“ 

„Wir haben eine Studie vorliegen, die belegt, dass es Krebspatienten, die sich um ihr Wohlbefinden kümmern, nicht nur subjektiv besser geht, sondern dass sie auch eine bessere Prognose haben“, bestätigt Priv.-Doz. Dr. Dominique Finas, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, dessen Klinik Teil des Tumorzentrums des EvKB ist, das von Professor Dr. Florian Weißinger geleitet wird. Der Onkologe geht sogar noch einen Schritt weiter. „Wenn ein Patient eine positive Einstellung zu den Medikamenten hat, verträgt er sie besser und dann sind sie auch wirksamer“, so Weißinger.

Zum internationalen Frauentag am 8. März hatten sich das Tumorzentrum im EvKB und Silke Meier-Arndt, Expertin für schöne Haut und Haare bei der Dr. Kurt Wolff AG (Alcina Café) bereits zum zweiten Mal zusammengetan, um im Rahmen der Kampagne „Bielefeld gegen Krebs“  ein deutliches Zeichen zu setzen.

Alle Patientinnen des Tumorzentrums erhielten gestern einen Gutschein für einen umfassenden Verwöhnnachmittag am 19. März im Alcina Café. „Sie sollen es sich richtig gut gehen lassen. Neben Genüsslichkeiten wie Prosecco und Fingerfood werden dort alle Probleme, die in den unterschiedlichen Behandlungsphasen auftreten, angesprochen“, verspricht Silke Meier-Arndt, die seit Jahren Krebspatientinnen mit vielen Tipps und Tricks unterstützt.

„Das ist für mich auch in meiner langen Therapiezeit das Allerwichtigste, nicht krank auszusehen. Da fühle ich mich doch gleich umso wohler“, beschreibt Ursula  Storck, 71 Jahre, ihren Umgang mit der schwerwiegenden Krankheit, die bei ihr vor fünf Jahren diagnostiziert wurde.

Jeder Typ kommt im Alcina-Café auf seine Kosten. Die richtige Hautpflege zum richtigen Zeitpunkt, schneller Hautcheck ob Fett oder Feuchtigkeit fehlt,  Feuerwehr für die Haut, Haarstyling, Ersatz von fehlenden Augenbrauen und Wimpern. „Da braucht man Tipps, denn ich habe lange herum experimentiert, bis ich nicht mehr wie zu Fasching aussah“, scherzt Sabine Biermann, die anderen betroffenen Frauen Mut machen möchte, die eigenen schöne Seite nie aus dem Auge zu verlieren.


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