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11.12.2015

Angst bewegt die Sterbehilfe-Befürworter


Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong begrüßte als Experten (v. l.) den Theologen Prof. Dr. Dr. Ulrich Körtner, den Ethiker Prof. Dr. Ralf Stoecker sowie den Chefarzt und medizinischen Direktor des Ev. Krankenhauses Bielefeld Prof. Dr. Fritz Mertzlufft.

Oberkirchenrätin Petra-Angela Ahrens referierte über die Ängste und Ansichten der Bevölkerung rund um das Thema Sterben. Fotos: Schulz

Fachgespräch zur Begleitung im letzten Lebensabschnitt

Die Angst vor einem langen Sterbeprozess sowie vor starken Schmerzen oder schwerer Atemnot ist weit verbreitet in der deutschen Bevölkerung. Das belegt eine bundesweite Umfrage. Die Ergebnisse der Studie stellte Oberkirchenrätin Petra-Angela Ahrens von der EKD gestern (10.12.2015) in Bielefeld-Bethel vor. Im Mittelpunkt der Fachgespräche standen die Begleitung und Therapie im letzten Lebensabschnitt.

An der Umfrage hatten 2.052 Menschen teilgenommen. 62 Prozent gaben an, Angst vor einem langen Sterben zu haben; 60 Prozent fürchten sich davor, dabei unter Schmerzen zu leiden. „Diese Ängste sind vor allem unter den jüngeren Menschen verbreitet“, sagte Petra-Angela Ahrens vor 70 Mitarbeitenden. Die Angst vor einem langen Sterbeprozess bewege viele Menschen dazu, sich für die verschiedenen Formen der Sterbehilfe auszusprechen, so die Referentin für empirische Kirchen- und Religionssoziologie im Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Begleitung im letzten Lebensabschnitt

Die Ängste vor dem eigenen Sterben verringern sich mit zunehmendem Alter, ergab die Studie. Und auch beim Thema „Beihilfe zur Selbsttötung“ spielt das Alter eine wichtige Rolle. Unter den Älteren steigt der Anteil der Gegner deutlich auf bis zu 53 Prozent bei den mindestens 80-Jährigen an.

Das Fachgespräch in der Neuen Schmiede fand auf Einladung von Bethels Vorstandsmitglied Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong statt. Anlass waren zwei Kurzfassungen des 2014 vom Bethel-Vorstand verabschiedeten Eckpunktepapiers „Therapie und Begleitung im letzten Lebensabschnitt eines Menschen“. Das eine richtet sich an Klienten und ihre Angehörigen, das andere an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Gespräche mit Experten aus Medizin, Theologie, Philosophie und Sozialwissenschaften sowie der Erfahrungsaustausch unter den Mitarbeitenden sollten helfen, die Grundsatzpapiere weiterzuentwickeln.


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