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25.07.2013

Kooperation mit der Universität Bielefeld


(v.l.) Professor Dr. Martin Egelhaaf, Prorektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Transfer der Universität Bielefeld, Professor Dr. Helge Ritter, Koordinator des Exzellenzclusters CITEC, die Projektleiter Dr. Karola Pitsch und Professor Dr. Stefan Kopp sowie Bethel-Vorstand Professor Dr. Günther Wienberg stellten das gemeinsame Forschungsprojekt VASA vor. Foto: Schulz

Bethel-Einrichtungen testen virtuellen Helfer

„Virtuelle Assistenten und deren soziale Akzeptanz“, kurz VASA, lautete der Name eines gemeinsamen Forschungsprojekts, bei dem der Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (Cognitive Interaction Technology – CITEC) der Universität Bielefeld und die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel kooperieren. Jetzt fördert auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Teilprojekt von VASA mit 200.000 Euro.

CITEC erprobt in Bethel Assistenzsysteme, die sich dank künstlicher Intelligenz auf ihre Nutzer einstellen. „Es ist uns wichtig, dass sowohl Seniorinnen und Senioren als auch Menschen mit Behinderung Zugang zu modernen Technologien haben und wie andere Menschen auch von ihrer Nutzung profitieren können“, betont Bethel-Vorstand Professor Dr. Günther Wienberg. „Darum muss Technik so ausgestaltet sein, dass sie auch Menschen mit Einschränkungen nützt und ihnen die Bedienung leicht fällt. Die Kooperation ermöglicht uns, direkt an der Entwicklung, Erprobung und Anwendung assistiver Technologien mitzuwirken. So können Chancen genutzt, aber auch eventuelle Risiken frühzeitig wahrgenommen werden.“

„In der strategischen Partnerschaft der Universität und Bethel geht es um Projekte, die der Allgemeinheit nützen“, sagt Professor Dr. Martin Egelhaaf, Prorektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Transfer der Universität Bielefeld. „Die Zusammenarbeit von CITEC und Bethel innerhalb der strategischen Partnerschaft verknüpft ideenreiche Entwicklungen aus der Forschung mit den tatsächlichen Bedürfnissen von Menschen mit Unterstützungsbedarf.“

In der Studie arbeiten CITEC und Bethel an einem personalisierbaren virtuellen Gesprächspartner, der ältere Menschen und Menschen mit geistiger Behinderung im Alltag unterstützt. Dafür haben CITEC-Forscherinnen und -Forscher im Januar 2012 mit der Entwicklung des virtuellen Assistenten „Billie“ begonnen. Virtuelle Assistenten sind Computersysteme, die als künstliche Personen auf Bildschirmen erscheinen und mit dem Betrachter kommunizieren.

In Bethel wurden die Alltagstauglichkeit und die soziale Akzeptanz des technischen Helfers Billie bereits erprobt: Ältere Menschen und Menschen mit geistiger Behinderung testeten den Avatar und seine Funktionen – beispielsweise die, Termine in einen elektronischen Kalender einzutragen. Der altersgerechte Laborprototyp ermuntert seine Nutzer künftig zum Gespräch, erinnert an Verabredungen oder die Medikamenteneinnahme, unterstützt bei der Tagesplanung und lädt ein, mit Videotelefonie Freunde und Bekannte zu kontaktieren.

Die Entwicklung von „Billie“ ist noch nicht abgeschlossen: Künftig soll er auch non-verbale Hinweise wahrnehmen und berücksichtigen. Wenn ein Nutzer zum Beispiel einen Post-It-Zettel in der Hand hält, auf dem die Arztpraxis den nächsten Termin festgehalten hat, kann das für Billie ein Hinweis sein, nach dem Termin zu fragen, um ihn im Kalender einzutragen.


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