v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
 
Spenden
Suchen
04.03.2011

Betheler Kooperationsprojekt mit der Universität Bielefeld abgeschlossen


Dr. Lutz Worms (3. v. l.) präsentierte das neue Handbuch gemeinsam mit dem Projektteam: (v. l.) Dr. Klaus Wingenfeld, Christine Döge, Michael Spiertz, Anne Grun und Almut Deitelhoff. Foto: Paul Schulz

Geistig behinderte und kognitiv eingeschränkte Menschen, wie Dietlinde Sabelhaus, stürzen besonders häufig. Sie brauchen die besonders hohe Aufmerksamkeit durch betreuende Menschen wie Marlon Brandt. Foto: Reinhard Elbracht

Handbuch zur Sturzprävention setzt neue Maßstäbe

Bielefeld-Bethel. Schlafmangel, beeinträchtigtes Denken, Wechselwirkungen von Medikamenten … – die Ursachen für Stürze von älter werdenden geistig behinderten Menschen sind sehr unterschiedlich. Risikofaktoren zu erkennen und die Sturzgefahr zu verringern ist für die betreuenden Mitarbeitenden und für Angehörige oft sehr schwierig.  Mit dem neuen Handbuch „Arbeitshilfen zur Sturzprävention in der Eingliederungshilfe“ bekommen sie nun eine schnelle und praxisnahe Hilfe.

Das Handbuch, das jetzt in gedruckter und digitaler Form erhältlich ist, ist das Ergebnis eines dreijährigen Projekts des Bewegungs- und Sporttherapeutischen Dienstes Bethel (BSD). Herausgeber und BSD-Leiter Dr. Lutz Worms ist überzeugt, dass das Handbuch ein guter Qualitätsstandard für die Sturzprävention in der Betheler Behindertenhilfe ist, aber auch über Bethel hinaus Maßstäbe setzen wird.

In dem Handbuch sind zu jedem Sturz-Risikofaktor mögliche Symptome, Maßnahmen und Hintergrundwissen aufgeführt. Fällt einem Mitarbeitenden zum Beispiel auf, dass eine Bewohnerin zunehmend Probleme beim Aufstehen hat, zurück in den Stuhl fällt und ihre Beine bei längerem Stehen zittrig werden, so findet er die äußerlich erkennbaren Merkmale in dem Handbuch wieder. Das Buch macht Vorschläge für mögliche Maßnahmen wie Übungen zur Kräftigung der Muskulatur; zusätzlich nennt es Quellenangaben für nähere Hintergrundinformationen, um möglichen Ursachen – wie zum Beispiel einer Osteoporose – auf die Spur zu kommen.

Dr. Klaus Wingenfeld vom Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld hat das vierköpfige Projektteam wissenschaftlich begleitet und unterstützt. Für die Entwicklung des Handbuchs wurden unter anderem Sturzprotokolle aus Bethel-Einrichtungen gesammelt und ausgewertet. 124 Menschen mit Behinderung aus 13 Wohnbereichen mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren wurden in das Projekt einbezogen. Das Handbuch enthält Informationsblätter zu bestimmten Risikofaktoren, die beispielhaft von Bewohnerinnen und Bewohnern in einfacher Sprache entwickelt wurden.

Das Handbuch-Projekt wurde maßgeblich von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Das Buch ist sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form erhältlich.

Arbeitshilfen zur Sturzprävention in der Eingliederungshilfe. Sturzrisikofaktoren erkennen und handeln. Hrsg. Dr. Lutz Worms. Bethel-Verlag, Bielefeld 2011. 140 Seiten, 29,80 Euro. ISBN 978-3-935972-32-1

Im Rahmen des Projekts wurde auch eine Homepage zum Thema Sturprävention mit einem Informations- und Austauschforum erstellt. Die Adresse lautet: www.sturzpraevention-bethel.de.


© 2019 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel