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08.12.2015

"Betheljahr" im Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge


Erich E. wird in der Gefäßchirurgie des KEH von der Krankenpflege-Auszubildenden Friederike Hannöver begleitet. Foto: Reinhard Elbracht

Delir-Prävention durch intensive 24-Stunden-Betreuung

An Demenz erkrankte Menschen haben ein besonders hohes Risiko, während eines Krankenhausaufenthaltes in ein Delir, einen akuten Verwirrtheitszustand, zu fallen. Im Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin-Lichtenberg sollen ab Sommer 2016 zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines „Betheljahres“ demenziell erkrankte Patienten eng betreuen und ihnen Orientierung und Geborgenheit geben.

Besonders nach einer OP sei die Gefahr groß, in einen akuten Verwirrtheitszustand zu geraten, sagt der KEH-Gerontologe Eckehard Schlauß. An Demenz erkrankte Patienten wüssten nicht mehr, wo sie seien, fühlten sich von ihrer Umgebung bedroht und gerieten schnell in Panik. „Eine intensive Begleitung kann Hochrisikopatienten Sicherheit geben und helfen, ein Delir von vornherein zu vermeiden“, ist der Diplom-Gerontologe überzeugt.

Menschen mit Demenz haben einen besonders hohen Betreuungsaufwand, den Mitarbeiter in Akutkrankenhäusern nicht leisten können. Darum sollen Teilnehmende im „Betheljahr“ im Schichtdienst diese Aufgabe übernehmen. Sie sorgen dafür, dass sich Menschen mit Demenz in dem unübersichtlichen Komplex eines Krankenhauses zurechtfinden und immer ein offenes Ohr für Wünsche, Sorgen und Bedürfnisse finden. Das KEH wird von der Robert-Bosch-Stiftung im Rahmen des Programms „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ gefördert.


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