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04.11.2011

Bundesbeauftragter für den Zivildienst in Bethel


Fotos: Reinhard Elbracht

„Lernprozesse anregen und Orientierung geben"

Bei einem Besuch in Bielefeld-Bethel am 4. November würdigte Dr. Jens Kreuter, Bundesbeauftragter für den Zivildienst, die Leistung der Freiwilligen. „Ihr Dienst ist wichtig und verdient Anerkennung.“ Er selbst gestand: „Ich hätte es mir als junger Mensch nicht zugetraut, in die Behindertenarbeit zu gehen."

Bei einem Rundgang durch die Werkstatt Eicheneck machte sich Dr. Jens Kreuter ein Bild von der Arbeitssituation. „Sagen Sie uns, was gut und was schlecht ist", forderte der studierte Theologe und Jurist die Teilnehmenden „unseres Testjahrgangs“ auf. In angeregten Gesprächen berichteten diese von ihren Erfahrungen aus den ersten Wochen und Monaten. Für viele hielt der Dienstbeginn Überraschungen bereit, etwa die Intensität der Arbeit, die gute Entlohnung in Bethel oder die Herausforderung, mit einem Bulli fahren zu müssen. „Wir werden hier gebraucht und das tut gut", stellte ein junger Mann fest. Besonders beliebt, so wurde deutlich, sind bei den Teilnehmenden die begleitenden Seminare. Aktuell absolvieren 396 Menschen das „Betheljahr", das zwei Dienstformen vereint: 95 Teilnehmende zählt der neue Bundesfreiwilligendienst, 301 das Freiwilligen Sozialen Jahr.

Diakon Werner Arlabosse – zuständig für die Freiwilligenagentur Bethel – betonte, dass die Freiwilligen keine Mitarbeitenden ersetzten. „Ihr Engagement ermöglicht Dinge, die sonst nicht möglich gewesen wären." Neben der alltäglichen Arbeit sei das Betheljahr ein „Lernraum mit besonderen Bedingungen“, in dem junge Menschen wertvolle Erfahrungen machen können. „Wir wollen Lernprozesse anregen und Orientierung geben", unterstrich Pastor Bernward Wolf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender Bethels. Die Teilnehmenden erhielten eine Chance, „sich selbst zu prüfen und ein attraktives Berufsfeld kennen zu lernen".

Auch ein „Kummerthema" der bundesweit eingesetzten Freiwilligen wurde angesprochen: Die lang erwarteten Dienstausweise, die an vielen Stellen Ermäßigungen erwirken, seien noch nicht fertig, so Dr. Jens Kreuter: „Das wird auch noch dauern – leider." Gute Nachrichten konnte er hingegen bezüglich der Auszahlung des Kindergelds überbringen, die der Bundestag jetzt genehmigt hat. Es werde in naher Zukunft nicht nur weitergezahlt, sondern die "Bufdis" bekommen es auch rückwirkend ab ihrem Dienstbeginn.


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