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19.08.2021

Diskussion mit Minister Laumann


DEVAP-Geschäftsführerin Anna Leonhardi (von links) moderierte die Podiumsdiskussion mit Wilfried Wesemann, Karl-Josef Laumann und Dr. Bodo de Vries.

Minister Karl-Josef Laumann fordert Zuwanderung von Menschen für die Pflegeberufe. Fotos: Thomas Richter

„Die nächste Pflegereform muss mutiger sein!“

Die Zahl der Menschen in jüngerem Alter sinkt, diejenige der Älteren steigt: Der demografische Wandel stellt die Gesellschaft und insbesondere die Pflege vor gewaltige Herausforderungen. Daher fordert der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) eine Struktur- und Finanzreform in der Pflegeversicherung. Die DEVAP-Vorstände Wilfried Wesemann und Dr. Bodo de Vries diskutierten das Thema in Bethel mit Karl-Josef Laumann, CDU-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Der DEVAP veranstaltete seinen Regionaldialog Ostwestfalen-Lippe in der Neuen Schmiede. 

Grundlage für das Gespräch war ein DEVAP-Strategiepapier mit Forderungen. Darin formuliert der Verband unter anderem Vorschläge für eine Struktur- und Finanzreform der Pflegeversicherung, durch die laut DEVAP alle Beteiligten von den Pflegekosten entlastet würden. Die Pflege müsse parteiübergreifend und über eine Legislaturperiode hinaus neu aufgestellt werden.

Für Wilfried Wesemann, neben seiner Tätigkeit als DEVAP-Vorstandsvorsitzender Mitglied der Direktion Sarepta/Nazareth in Bethel, ist die jüngste Reform der Pflegeversicherung angesichts der demografischen Veränderungen nicht mehr als ein „Reförmchen“. Auch wenn sich aktuell mit 16.000 mehr Menschen als je zuvor in NRW in einer Pflegeausbildung befinden, ist er überzeugt: „Das reicht nicht. Das System wird es aufgrund der Zunahme an Pflegebedürftigen nicht mehr lange aushalten, wenn nicht bald etwas passiert. Das wird in der Politik aber nicht realistisch eingeschätzt.“

Karl-Josef Laumann bestätigte die Einschätzung, das bislang Erreichte sei lediglich ein „Reförmchen“. Dass nicht mehr herausgekommen ist, sei der Finanzlage der Sozialkassen zu geschuldet. Aber: „Ich komme vom Bauernhof: Ein Fuder Heu ist ein Fuder Heu. Und wenn es regnet, bringt man es in die Scheune“, sagte der Minister: „Besser wir haben ein Bisschen als gar nichts.“

Mit Blick auf das Arbeitspapier des DEVAP sagte Karl-Josef Laumann: „Ich verstehe ja Visionen. Aber, liebe Leute, wo soll das Geld herkommen? Wir werden für die Pflege Zuwanderung benötigen, und wir brauchen eine Willkommenskultur für diese Menschen.“ Eine der spannendsten Fragen der neuen Legislaturperiode ist seiner Meinung nach: „Was können wir uns finanziell erlauben?“ Er führte in diesem Zusammenhang die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Flut an und folgerte: „Wir Sozialpolitiker werden sehr kämpfen müssen.“


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