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03.09.2020

Ehrenamtlicher Einsatz für die Demokratie


Felix Braun ist politisch interessiert – und seit mehr als 20 Jahren als Wahlhelfer im Einsatz. Foto: Paul Schulz

Wenn am 13. September Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen ist, wird Felix Braun nicht nur seine Kreuze auf dem Stimmzettel setzen, sondern auch dafür sorgen, dass organisatorisch alles rund läuft. Regelmäßig ist der 43-jährige Beschäftigte aus der Betheler Werkstatt Grabe für seine Heimatstadt Bielefeld ehrenamtlich als Wahlhelfer im Einsatz – und hat darin mittlerweile Routine: „Ich mache das schon seit 1998“, sagt er voller Stolz. Seitdem war Felix Braun bei fast jeder Wahl dabei. „Nur vergangenes Jahr bei der Europawahl hatte ich bloß Rufbereitschaft – für den Fall, dass jemand ausgefallen wäre“, erinnert er sich.

Neben der Politik interessiert sich Felix Braun für Kultur, wirkt im Kulturteam des Betheler Freizeitzentrums Neue Schmiede sowie bei der Organisation des lokalen Stadtteilfestes mit. In der Werkstatt Grabe für Menschen mit Behinderungen ist er Gruppensprecher und setzt sich für die Interessen seiner Kollegen ein. „Das Ehrenamt an sich interessiert mich“, sagt er. „Aber mir ist aufgefallen, dass es nicht besonders viele Leute gibt, die so etwas machen.“ Er plädiert für mehr Beteiligung und Engagement. „Ich arbeite gerne ehrenamtlich. Und ich mag es, anderen Leuten zu helfen – auch wenn es kein Geld dafür gibt.“
Daran ändere auch der frühe Arbeitsbeginn am Wahlsonntag nichts. „Ab halb 8 bauen wir die Tische auf, bevor ab 8 Uhr die Wähler kommen, dann helfe ich beim Austeilen der Stimmzettel“, erklärt er seine Aufgaben. „Ich freue mich schon darauf – da kommen viele neue Leute, die man noch nicht kennt.“ Neben der Wahl selbst interessiere ihn aber auch dessen Ausgang: „Ich bin zwar in keiner Partei – aber politisch interessiert“, sagt er.

Selbst wählen zu gehen steht für ihn deshalb auch außer Frage. „Und das sollten auch möglichst viele andere Leute tun“, findet er. Sich zu informieren – insbesondere politisch – sei dabei wichtig. Die Lektüre der Lokalzeitung gehört für Felix Braun fest zum Tagesablauf dazu, um über die Ereignisse in der Welt auf dem Laufenden zu sein. „Mich interessiert dabei vor allem, wie sich die Politiker um Menschen mit Behinderungen kümmern.“

Um sich und seinen Interessen politisches Gehör zu verschaffen, geht Felix Braun regelmäßig am Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen auf die Straße und beteiligt sich am Demonstrationszug durch die Bielefelder Innenstadt. „Ich möchte, dass es Menschen mit Behinderung noch besser geht“, erklärt er seine Motivation. „Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann, dass uns der Bielefelder Oberbürgermeister mal in der Werkstatt Grabe besucht. Dann würde ich ihm zeigen, was für gute Arbeit die Menschen mit Behinderungen hier leisten.“

Sein Ehrenamt als Wahlhelfer will Felix Braun auch in den kommenden Jahren beibehalten: „Ich will auf jeden Fall weitermachen“, ist er überzeugt. Voraussichtlich ist sein nächster Einsatz schon im kommenden Jahr zur Bundestagswahl – und da, so schätzt er, werde der Ausgang besonders spannend: „Frau Merkel tritt ja nicht mehr an, das habe ich schon in den Nachrichten gehört.“ 


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