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12.08.2014

KogniHome - Eine mitdenkende Wohnung fürs Leben


(v.l.) Prof. Dr. Helge Ritter, Exzellenzcluster CITEC, Prof. Dr. Günther Wienberg, Dr. Eduard Sailer, Geschäftsführer Technik der Miele Gruppe, und Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld, stellen das Projekt KogniHome vor.

Intelligente Sensortechnik. Der Forschungsprototyp „Myrmex“ erkennt den unterschiedlichen Druck, den Objekte ausüben, die darauf platziert werden. Fotos: Robert Burg

Bethel und Universität Bielefeld kooperieren

Eine vernetzte Wohnung, die die Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit von Familien, Singles und Senioren fördert: Daran wird Bethel gemeinsam mit 13 weiteren Partner aus Ostwestfalen-Lippe in den kommenden drei Jahren arbeiten. Der Name des neuen regionalen Innovationsclusters lautet „KogniHome“. Mit acht Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt. Geleitet wird KogniHome von CITEC, dem Exzellenzcluster der Universität Bielefeld. Einschließlich der eigenen Mittel, die von den Projektpartnern kommen, liegt das Gesamtvolumen bei 11,3 Millionen Euro.

In dem Projekt befassen sich Partner aus Industrie, Forschung, Dienstleistung sowie Sozial und Gesundheitswesen mit der Frage, wie sich „mitdenkende“ und „vertrauenswürdige“ technische Systeme verwirklichen lassen, die Menschen im Alltag unterstützen können. Bei der Entwicklung der technologischen Basis stehen für die Forscher auch ethische, gesellschaftliche und rechtliche Aspekte im Fokus. Bethel-Vorstand Professor Dr. Günther Wienberg verspricht sich von den Neuentwicklungen, dass besonders Senioren und Menschen mit Behinderung davon profitieren. „Die Technik soll ihnen helfen, ihr Leben solange wie möglich selbst im Griff zu haben. Ziel ist ein langes, selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung“, sagt Prof. Dr. Wienberg. Dafür soll die Wohnung von ihren Nutzern lernen und sich an neue Anforderungen und Lebensphasen anpassen können.

Ein Prototyp der Wohnung wird in einem Gebäude der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld aufgebaut. Die Bewohner sollen mit der vernetzten Wohnung über alltagsübliche Sprache und Gestik in Kontakt treten können. Die Wohnung soll unter anderem in Form eines Avatars – einer digitalen Person – kommunizieren. Um die Gesundheit ihrer Bewohner zu fördern, erhält die Wohnung zum Beispiel die Fähigkeit, dezent auf mangelnde Bewegung oder Fehlhaltungen hinzuweisen und Verbesserungsvorschläge zu geben. Ebenfalls soll die Wohnung eine Person warnen, wenn sie feststellt, dass ihr eine körperliche Überforderung droht.

Eine „digitale Küche“ soll den Bewohnern assistieren, etwa indem sie deren Kochaktivitäten begleitet, Varianten für Rezepte vorschlägt und frühzeitig warnt, bevor ein Gericht anbrennt. „Sie kann zum Beispiel auch in der Lage sein, Zubereitungsvorlieben und -gewohnheiten der Nutzer zu speichern, um so ein ‚personalisiertes Kochgedächtnis‘ aufzubauen“, sagt Dr. Eduard Sailer, Geschäftsführer Technik der ebenfalls an dem Projekt beteiligten Miele Gruppe. Auch außerhalb der Küche sind automatische Hilfestellungen vorgesehen: So kann eine intelligente Tür Besucher begrüßen und den Bewohner an Termine erinnern und daran, den Wohnungsschlüssel einzustecken. Zum Eingangsbereich wird ein mitdenkender Garderobenspiegel gehören. Er weist zum Beispiel darauf hin, ob der Bewohner Kleidung trägt, die zum Wetter passt.


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