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19.12.2017

Elmar Brok macht Bodelschwingh-Schülern Mut für Zukunft Europas


Angeregter Austausch: (v. l.) Leo Mühlenweg, Jakob Lindemann, Alina Hoffmann, Elmar Brok, Tim Vorspel, Leo Giesen, Max Volkmann und Nina Valarmathy Navaratnarajah. Foto: Paul Schulz

Europaparlamentarier stellt sich Fragen in Bethel

Europa war für viele Generationen ein Versprechen für Frieden und Stabilität. Die Schülergeneration von heute erlebt dagegen ein Europa in der Krise, in den Werten in Frage gestellt, von Zersplitterung bedroht. Die Oberstufenschüler der Friedrich von Bodelschwingh-Schulen luden deswegen Europaparlamentarier und Bethel-Jubiläumsbotschafter Elmar Brok zum Dialog „Perspektiven der Europäischen Union“ ein.

Die Fragen der Schüler sind drängende: Was tut die EU, um Fluchtursachen zu bekämpfen? Wie belastend ist das Wirtschaftsgefälle zwischen Nord und Süd? Gibt es durch erstarkte rechtspopulistische Parteien eine Erschütterung der Rechtstaatlichkeit in Europa? Und verkraftet Europa den Brexit? Tief eingearbeitet haben sich die verschiedenen Sozialwissenschaftlichen Kurse derSchule in die Materie. Da staunt auch der Europapolitiker nicht schlecht. Doch Brok ist trotz aller Krisenherde vor allem eine Botschaft wichtig: „Hin und wieder sollten wir auch die Erfolge der EU zur Kenntnis nehmen.“ Und gerade in Folge des Brexits seien die anderen Mitglieder der Union geeinter denn je.

Auch 70 Prozent der Ungarn seien laut einer jüngsten Umfrage positiv gegenüber Europa eingestellt, trotz der Orban-Regierung. Brok mahnt deswegen: „Man sollte nicht immer verallgemeinernd von den Ungarn oder den Polen sprechen“. Überfremdungsangst in diesen Ländern sei auch eine Folge sozialistischer Regime. „Und Ungarn haben wir mit den Flüchtlingsproblemen lange allein gelassen“, erklärt Brok. Europa könne trotz aller Differenzen kein Interesse daran haben, Ungarn aus der Gemeinschaft auszuschließen. Und er fügt schmunzelnd hinzu: „Meine Tochter ist mit einem Ungarn verheiratet, da habe ich schon ein ganz persönliches Interesse.“

Neben vielen harten Zahlen und Fakten wird aber auch gelacht, wenn Brok auf Donald Trump, den „Weltmeister der Diplomatie“ zu sprechen kommt. „Den mag ich nicht besonders“, wie er es selbst diplomatisch ausdrückt. Erstaunte Blicke gibt es unter den Schülern, dass der Parlamentarier selbst zunehmend Opfer von „Fake News“ wird. „In meinen Lebenslauf werden dauernd auf Wikipedia irgendwelche Falschaussagen reingeschrieben. Da kommt man fast nicht gegen an.“ Und wie begegnet er selbst den rechten Populisten? Brok: „Ich halte es da ostwestfälisch. Ich rede nicht mit denen.“


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