v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
 
Spenden
Suchen
24.05.2018

Erfolgsmodell wird ausgeweitet


Dr. Nadja Zaynel, Leiterin des Düsseldorfer PIKSL-Labors, unterstützt Iman Labed und Jennifer Wiche bei der Internetnutzung.

Elisabeth Hermanns (l.) zeigt Anna Cymbryla was in sozialen Netzwerken möglich ist.

Wollen das Projekt bundesweit etablieren: (v.l.) Tobias Marczinzik, die PIKSL-Experten Christoph Wiche und Torsten Vogel, und die Mitarbeitenden Lara Zeyßig, Alexander Mümken und Juliane Pabst. Fotos: Paul Schulz

PIKSL-Labore helfen bald bundesweit Menschen ins Web

Oft scheitert es schon daran, den Einschaltknopf des Computers zu finden. Oder daran, die Zeile für das Passwort anzuklicken. Was für geübte Nutzer selbstverständlich ist, ist für andere eine unüberwindbare Hürde. Die PIKSL-Labore in Düsseldorf und Bielefeld-Bethel erleichtern Menschen mit Einschränkungen aller Art den Zugang zum Web. Die Initiative SKala von BMW-Erbin Susanne Klatten fördert das Erfolgsprojekt nun mit einem Millionenbetrag. Das Ziel: In ganz Deutschland soll es PIKSL-Labore geben.

Elisabeth Hermanns ist eine von vielen PIKSL-Experten – Menschen mit geistigen Behinderungen, die als Dozenten im PIKSL-Labor tätig sind. Sie erklärt, wie man sich im Internet zurechtfindet. Und das kann kaum jemand so gut und klar wie sie. „Unsere PIKSL-Experten haben das Wissen, wie Dinge einfach funktionieren“, sagt Tobias Marczinzik. Er leitet ein achtköpfiges Team, das das Erfolgsmodell PIKSL-Labor jetzt in die Republik tragen soll.

2,26 Millionen Euro hat SKala dafür bereitgestellt. SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO. Insgesamt hat die BMW-Erbin 100 Millionen Euro in ihre Initiative gegeben und PHINEO beauftragt, geeignete Sozialprojekte für eine Förderung zu finden. Persönlich wählte sie im Vorfeld zehn „Herzensprojekte“ aus, die auf jeden Fall Unterstützung erhalten sollten – unter anderem war das die Verbreitung von PIKSL.

Was in Bielefeld-Bethel und in Düsseldorf bei der In der Gemeinde leben gGmbH von Bethel und der Diakonie Düsseldorf gut funktioniert, kann auch anderen nutzen. Mindestens fünf neue PIKSL-Labore sollen bis 2020 in der Republik entstehen. Im Stil eines „Social Franchising“ können andere soziale Träger, aber auch große Unternehmen oder Kommunen das Knowhow übernehmen. Der richtige Standort, das einheitliche Design, die Finanzierung, das Marketing, die nötigen Netzwerke und die pädagogische Beratung – in all diesen und weiteren Fragen berät das Team. Die Nachfrage ist groß. Inzwischen gibt es bundesweite Anfragen.

Vieles kann individuell angepasst werden, zwei Grundsätze allerdings bleiben unveränderlich: der Wiedererkennungswert der Labore und die Haltung. „Wir definieren Menschen nicht über ihre Einschränkungen, sondern konzentrieren uns darauf, was sie an Potenzial mitbringen“, sagt Tobias Marczinzik.

Mehr Infos zu den PIKSL-Laboren in Düsseldorf und Bielefeld-Bethel gibt es unter www.piksl.net


© 2018 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel