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10.04.2018

Erste Ergebnisse aus dem Projekt „Klinik inklusiv“


Diakonin Prof. Dr. Doris Tacke (l.) und Petra Ott-Ordelheide berichteten gemeinsam mit ihren Projektteams von den ersten Forschungsergebnissen. Foto: Schulz.

Mehr Vertrauen und weniger Unsicherheit

Oft sind es vermeintliche Kleinigkeiten, die für Menschen mit komplexen Behinderungen aber eine große Rolle spielen, um sich im Alltag sicher und geborgen zu fühlen. Das können Rituale oder vertraute Gegenstände sein. Besonders bei Krankenhausaufenthalten müssen solche Gewohnheiten respektiert werden. Das zeigen erste Erkenntnisse aus dem Projekt „Klinik inklusiv“.

Die Fachhochschule der Diakonie führt diese Praxisstudie gemeinsam mit dem Ev. Klinikum Bethel und dem Krankenhaus Mara seit April 2016 durch. In dem dreijährigen Forschungsprojekt zur bedürfnisorientierten Versorgung von Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen im Krankenhaus wird erprobt, inwieweit Pflegeexperten durch „prästationäre Besuche“ Krankenhausaufenthalte besser vorbereiten können. Das Praxis- und das Wissenschaftsteam stellten ihre Zwischenergebnisse jetzt im Krankenhaus Mara vor.

Die Pflegeexpertinnen Angela Prüfer und Susanne Just haben bereits 29 Patienten vor einem geplanten Krankenhausaufenthalt in ihrem vertrauten Umfeld besucht, überwiegend in Betheler Wohneinrichtungen. Dort ermittelten sie im Gespräch mit den Patienten, ihren Bezugsmitarbeitern und ihren Angehörigen die Gewohnheiten der Patienten, ihre besonderen Ängste, ihren Bedarf an Hilfsmitteln und ihre Kommunikationsmöglichkeiten. So fanden sie zum Beispiel heraus, ob jemand keine körperliche Nähe mag, auf welche Anrede er reagiert oder in welchen Situationen besonders viel Stress entsteht.

Die bislang besuchten Patientinnen und Patienten waren überwiegend im Krankenhaus Mara zur Behandlung. Durch die individuelle Vorbereitung hätten viele weniger Unsicherheit während ihres Aufenthaltes empfunden, berichtete Petra Ott-Ordelheide von der Pflegeentwicklung im Krankenhaus Mara. Die Patienten ließen sich eher auf eine Behandlung ein, wenn ihre Grenzen geachtet wurden und wenn ihnen vertraute Pflegende zur Seite standen. Außerdem mussten weniger Behandlungen abgebrochen werden. „Mit den prästationären Besuchen nehmen wir den Patienten nachweislich bereits vor ihrem Krankenhausaufenthalt viele Ängste“, sagte auch Projektleiterin Diakonin Prof. Dr. Doris Tacke. Dadurch werde ihre Versorgung erleichtert und verbessert.

Seit Januar 2018 läuft die zweite Projekt-Praxisphase. Im März 2019 wird das Projekt, das von der Stiftung Wohlfahrtspflege gefördert wird, abgeschlossen.


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