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18.03.2011

Erster deutscher CRA-Kongress in Bethel


Auf dem ersten CRA-Kongress sprachen unter anderem (v. l.) Dr. Martin Reker, Leitender Arzt der Abteilung Abhängigkeitserkrankungen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel, Dr. Johannes Lindenmeyer, Direktor der Salus-Klinik Lindow, Prof. Dr. Andreas Heinz und Anne Beck von der Charité, Prof. Dr. Martin Driessen, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel und Prof. Dr. Joachim Körkel, Professor für Psychologie an der Evangelische Hochschule Nürnberg. Foto: Paul Schulz

Mit dem „Prinzip Belohnung“ gegen die Sucht

Zum ersten Mal in Deutschland fand am 17. und 18. März in Bielefeld ein Kongress zum „Community Reinforcement Approach“ (CRA) statt, der 370 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet in das Betheler Assapheum führte. Das in den USA entwickelte Konzept integriert erstrebenswerte Lebensziele in die Therapie von suchtkranken Menschen, um ihnen die Abkehr vom Alkohol- oder Drogenkonsum attraktiv zu machen.

Von Bielefeld aus haben Dr. Martin Reker, Leitender Arzt der Abteilung Abhängigkeitserkrankungen an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel und Initiator des deutschen CRA-Projektes, und Oberärztin Dr. Stephanie Kunz das Konzept durch Vorträge und Workshops in Deutschland und der Schweiz verbreitet. In Bethel gibt es seit fünf Jahren an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie einen Ausbildungsgang im „Community Reinforcement Approach“. Jetzt geht es vor allem darum, das „Prinzip Belohnung“ in den therapeutischen Alltag zu übersetzen. In Deutschland ist Bethel in Ausbildung und therapeutischer Praxis federführend.

Dem „Community Reinforcement Approach“ liegt die Idee zugrunde, dass Verstärker aus dem sozialen Umfeld erheblichen Einfluss darauf nehmen, ob ein süchtiger Mensch den Konsum von Alkohol oder Drogen fortsetzt oder einstellt. Dabei beziehen Therapeuten Ziele in die Behandlung mit ein, die es einem suchtkranken Menschen wert sind, sein Verhalten zu ändern. Das kann eine Lebenspartnerschaft sein, eine eigene Wohnung, der Erhalt des Arbeitsplatzes oder der Erwerb des Führerscheins. Im Anschluss wird der Patient mit Unterstützung des Therapeuten systematisch dazu befähigt, sein Ziel zu erreichen. Für ihn soll ein abstinenter Lebensstil attraktiver werden als der Konsum von Rauschmitteln.


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