v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
 
Spenden
Suchen
31.01.2013

Erstes Pulsschlag-Seminar 2013


Dr. Ingeborg von Schubert (l.), Pastorin Jutta Beldermann und Heinz-Jürgen Uffmann von Bildung & Beratung Bethel gestalteten das Seminar. Foto: Schulz

Über die Führungsqualitäten von Frauen

„Frauen könn(t)en führen!“ – mit diesem herausfordernden Titel startete die theologische Seminarreihe „Pulsschlag“ ins neue Jahr. Als Referentinnen zur Auftaktveranstaltung am 30. Januar hatte Bildung & Beratung Bethel die Unternehmerin und Vorsitzende des Verwaltungsrates der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Dr. Ingeborg von Schubert, sowie die Pastorin der diakonischen Gemeinschaft Nazareth, Jutta Beldermann, eingeladen. Rund 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den verschiedenen Betheler Regionen und Stiftungsbereichen nahmen an der Veranstaltung im Haus Nazareth teil.

„Natürlich können Frauen führen, und deshalb muss das t gestrichen werden“, betont Dr. Ingeborg von Schubert, die ehemaligen Geschäftsführerin der Gundlach-Gruppe in Bielefeld. Gemeinsam mit ihrem Mann lenkte die studierte Betriebswirtin jahrzehntelang die Geschicke des Familienunternehmens. Als sie die Leitung der Verlagsanstalt übernahm, war es für Töchter eher unüblich, in die Fußstapfen der Väter zu steigen. Die heutige Generation der Führungsfrauen erlebt Dr. von Schubert als sehr gut ausgebildet und selbstbewusst. „Sie verfolgen ganz selbstverständlich ihre Ziele und nehmen die Menschen im Unternehmen auf diesem Weg mit. Führen heißt immer auch mitnehmen können.“

Über Frauen in öffentlichen Führungspositionen stehe in der Bibel nicht viel, gibt Pastorin Jutta Beldermann zu. Zwei Frauen habe sie im Alten Testament gefunden: Deborah, die Richterin. und Huldah, die Prophetin. „In der Bibel werden jedoch ganz viele Frauen beschrieben, die Führungsqualitäten haben.“ So gehen sie hierarchie- und kulturübergreifende Bündnisse ein, um ihr Ziel zu erreichen. Das haben die Tochter des Pharaos, eine Ägypterin, und die Schwester von Moses, eine Jüdin getan, um sein Leben zu retten. Auch überzeugten die Frauen in der Bibel unter anderem durch Beredtheit und Hartnäckigkeit oder formulierten Visionen. „Das sind alles Führungsqualitäten“, sagt Pastorin Beldermann.

Auch Demut und Dienen, zwei Begriffe, die in der Geschichte der Diakonie durchaus missbräuchlich verwendet wurden, hält Jutta Beldermann durchaus für wichtige Kompetenzen von Menschen ihn Leitungspositionen. „Gute Führung bedeutet vor allem, der Sache, der Institution, den Menschen zu dienen, damit ein Team, eine Institution vorankommt.“ Und Demut heiße eben nicht, sich hängenden Kopfes für ein „Nichts“ zu halten, sondern wahrzunehmen, wie gut andere ihre Sache machten. Zur Führungskompetenz gehöre auch, zu wissen, wo die eigentliche Macht liege, betont Pastorin Beldermann. „Sie liegt nicht bei Menschen oder gar bei Männern, sondern bei Gott. Das Wissen darum führt zu den Führungskompetenzen, die all diese biblischen Frauen gemeinsam hatten: Mut und Situationscourage auf der Grundlage eines großen Gottvertrauens.“


© 2019 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel