v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
 
Spenden
Suchen
07.04.2017

Ethiktag in Hannover


Freuten Sich über die große Resonanz (von links): Tanja Siewert, Altenhilfe-Qualitätsmanagement Bethel im Norden, Geschäftsführerin Stefanie Schwinge-Fahlberg, Martina Keil, Pastor Christian Sundermann aus der Geschäftsführung, Ulrike Fahlberg, Altenhilfe-Bereichsleiterin Bethel im Norden, Dr. Johnanna Will-Armstrong aus dem Bethel-Vorstand sowie Pastorin Petra Pfaff, Vorsitzende des Ethikkomitees Bethel im Norden.

Professor Dr. Torsten Kratz

Fotos: Burg

„Im Mittelpunkt steht der Mensch“

Zu einem Ethiktag mit Thema „Palliative Pflege von Menschen mit Demenz unter mäeutischer Perspektive“ hatte die Altenhilfe von Bethel im Norden eingeladen. Rund 130 Teilnehmende versammelten sich am Mittwoch, 5. April, in der Waldhalle an der Hannoveraner Bleekstraße.

„Im Mittelpunkt steht der einzelne Mensch. Alle Abläufe in der Pflege werden nach ihm ausgerichtet“, brachte Martina Keil, die erste Referentin des Ethiktages, den mäeutischen Gedanken auf den Punkt. Die Leiterin der Sozialen Betreuung im Altenpflegeheim Anna-Meyberg-Haus in Hannover befasst sich seit vielen Jahren in Theorie und Praxis mit diesem pflegewissenschaftlichen Ansatz.

Wortwörtlich übersetzt aus dem Griechischen bezeichnet die Mäeutik die „Hebammenkunst“, im erweiterten Sinne die Geburtshilfe. Übertragen auf die Pflege lässt sich die Mäeutik als Haltung begreifen, die individuellen Bedürfnisse und Wünsche von Menschen, die in der Kommunikation stark eingeschränkt sind und ein hohes Maß an Betreuung benötigen, zu erkennen und zu unterstützen.

„Wir machen intuitiv vieles richtig, aber wir müssen lernen, uns unser Tun bewusst zu machen, es in Worte zu fassen, zu hinterfragen und dann unsere Erfahrungen weiterzugeben“, sagte Martina Keil. Das alles mit dem Ziel, die „Erlebniswelt“ des Betroffenen zu verstehen und Pflegeabläufe danach auszurichten. Eine aufwendige Methode, die vor allem mehr Schreibarbeit erzeuge, aber der mäeutische Ansatz könne nur von einem gut kommunizierenden Team gemeinschaftlich verwirklicht werden.

Anregungen für die pflegerische Praxis brachte Professor Dr. Torsten Kratz, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, für Neurologie und für Nervenheilkunde aus dem Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin mit. Der Arzt und Psychiater befasst sich mit der Nahrungsaufnahme von Demenz-Patienten. Hier können beispielsweise in Geschmack und Konsistenz angepasste Speisen viel bewirken. „Wir haben kein Copyright auf diese Maßnahmen“, betonte Professor Dr. Kratz. „Sie dürfen uns gerne nachahmen!“


© 2017 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel