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08.11.2011

EvKB kooperiert mit Uni Pécs


Die neue Tafel für den Klinikeingang im EvKB.

Dr. Heiner Meyer zu Lösebeck (l.) bekam von Prof. Dr. Attila Miseta die Tafel überreicht, die das EvKB jetzt auch als Universitätslehrkrankenhaus von Pécs auszeichnet.

Unterzeichnung des Kooperationsvertrages: (v.l. stehend) Prof. Dr. Róbert Ohmacht Präsident des deutschsprachigen Studiengangs), Nóra Faubl (Teamleiterin des Studienreferats) Dr. Frédèric Zuhorn (Direktor des Kombinationsstudiums), Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz (Studentenbeauftragter des Kombinationsstudiums), Priv. Doz. Dr. Christian Jantos (Curriculumsbeauftragter des Kombinationsstudiums) und Thomas Oelkers (EvKB-Aufsuíchtsratsvorsitzender). Vorne sitzend Prof. Dr. Attila Miseta (l.) und Dr. Heiner Meyer zu Lösebeck. Fotos: Reinhard Elbracht

Pilotprojekt zur Medizinerausbildung  

Bielefeld-Bethel/Pécs. Während die Gespräche für die Errichtung einer medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld auf Eis liegen, hat das Evangelische Krankenhaus Bielefeld (EvKB) in Sachen Ärztenachwuchs Fakten geschaffen. Angehende Ärzte können künftig den letzten Teil ihrer Ausbildung am Evangelischen Krankenhaus Bielefeld absolvieren. Dafür hat die Klinik jetzt einen Kooperationsvertrag mit der Medizinischen Fakultät der Universität Pécs in Ungarn abgeschlossen und macht Europa ein Stück greifbarer. Der Vertrag für ein „Kombinationsstudium für Humanmedizin mit einer kombinierten Ausbildung in Pécs und Bielefeld“ wurde gestern in Bethel vom Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Attila Miseta, und vom EvKB-Geschäftsführer Dr. Heiner Meyer zu Lösebeck unterzeichnet. 

Im September kommenden Jahres werden voraussichtlich die ersten 10 bis 15 deutschen Medizinstudenten aus Pécs nach Bielefeld kommen. Die Zahl soll künftig kontinuierlich steigen. Man rechne mit etwa 50 bis 60 angehenden Medizinern jährlich, sagt der Neurologie-Chefarzt und künftige Studentenbeauftragte des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld, Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz. Die Studenten absolvieren nach den ersten vier Studienjahren in Ungarn die klinischen Praxissemester, in der Regel das 5. und 6. Studienjahr, in Bielefeld. In dieser Zeit sind sie weiterhin an der Medizinischen Fakultät in Pécs immatrikuliert, studieren aber praktisch im EvKB und werden hier durch die Chefärzte und Oberärzte weiter ausgebildet. Die Studenten schließen ihr Medizinstudium nach erfolgreichem ungarischem Staatsexamen ab, der Studienabschluss ist in Deutschland anerkannt.  

In Pécs gibt es zurzeit jedes Jahr 200 Plätze im deutschsprachigen Studiengang Humanmedizin. Während die Studenten, zu 90 Prozent junge Deutsche, in den ersten acht Semestern ihres Studiums in Ungarn hohe Studiengebühren pro Semester entrichten müssen, verringern diese sich sehr deutlich für die letzten vier Semester am EvKB. Zurzeit werden noch Möglichkeiten für Studiendarlehen geprüft. Für das Evangelische Krankenhaus Bielefeld ergibt sich durch die Kooperation die Möglichkeit, künftig sehr gut ausgebildete Assistenzärzte und anschließend Ärzte in der Weiterbildung zum Facharzt an die Klinik zu binden.


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